„Wir werden dort nur beleidigt“
Die Philippinen waren bisher ein enger wirtschaftlicher und militärischer Verbündeter der USA, unter anderem im Inselstreit im Südchinesischen Meer. Der seit knapp vier Monaten im Amt befindliche philippinische Präsident Rodrigo Duterte wendet sich immer mehr von Washington ab.
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Zuletzt sagte er, er wolle die US-Truppen aus dem Land haben. Wenn er lange genug im Amt bleibe, werde das Verteidigungsabkommen zwischen beiden Staaten, das Enhanced Defense Cooperation Agreement (EDCA) abgeschafft, kündigte er am Dienstag in Manila an. „Vergiss das EDCA, wenn ich lang genug bleibe.“
„Werde nicht mehr nach Amerika reisen“
„Ich will keinen Armeeangehörigen einer anderen Nation hier sehen“, sagte Duterte weiter. Die USA müssten aufhören, sein Land wie „einen Hund an der Leine“ zu führen. In der vergangenen Woche hatte der umstrittene Präsident offiziell den Bruch seines Landes mit dem langjährigen Partner USA verkündet. Bei einem Besuch in Peking sagte Duterte vor Vertretern von Regierung und Wirtschaft, er erkläre die „Trennung“ von den USA.
Zuletzt hatte er bereits die zuletzt schon angedeutete außenpolitische Wende forciert und erklärt, die Philippinen würden sich von den USA ab- und China zuwenden. „Ich werde nicht mehr nach Amerika reisen. Wir werden dort nur beleidigt“, sagte der 71-Jährige. Deshalb sei es Zeit für einen „Abschied“.
Jahrzehntelang enger Verbündeter
Später relativierte er seine Aussagen etwas: „Es ist kein Bruch der Verbindungen. Das wäre ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Das kann ich nicht machen“, sagte Duterte in seiner Heimatstadt Davao. Anfang September hatte Duterte US-Präsident Barack Obama als „Hurensohn“ beschimpft.
Duterte hatte auch in der Vergangenheit gedroht, gemeinsame Militärübungen mit den USA zu beenden. Die Patrouillen mit den USA im Südchinesischen Meer sind bereits vorläufig ausgesetzt. Bis zu Dutertes Amtsantritt Ende Juni waren die Philippinen jahrzehntelang einer der wichtigsten und loyalsten Verbündeten der USA in Asien.
Proteste gegen US-Truppen in Manila
Erst am Donnerstag protestierten nun in der philippinischen Hauptstadt Manila Hunderte Menschen gegen die im Land stationierten US-Truppen. Studenten, Angehörige ethnischer Minderheiten und weitere Gruppen versammelten sich Medienberichten zufolge vor dem Bonifacio-Monument, wo sie einem Großaufgebot der Polizei gegenüberstanden. Das Denkmal erinnert an den Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht Spanien Ende des 19. Jahrhunderts.
Schon im September hatte Duterte die mehr als 1.000 US-Soldaten, die im Süden des Inselstaats in einem Anti-Terror-Training eingesetzt sind, aufgefordert, das Land zu verlassen. Die Situation in der von islamistischen Terrororganisationen erschütterten Region werde durch die US-Präsenz nur noch schlimmer, hatte er die Aussage begründet. Grund für die Differenzen mit Washington ist vor allem die Kritik an Dutertes brutalem Feldzug gegen den Drogenhandel, dem seit seinem Amtsantritt Ende Juni Hunderte Menschen unter vielfach ungeklärten Umständen zum Opfer fielen.
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