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Mann starb an Herzinfarkt

Nach dem verheerenden Beben vom 24. August hat es am Mittwoch in Mittelitalien erneut gleich mehrere starke Erdstöße gegeben. Ein erstes Beben wurde vom italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) kurz nach 19.00 Uhr registriert. Neben etlichen Nachbeben folgte rund zwei Stunden später ein noch stärkeres Beben.

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Nahe der Ortschaft Visso südöstlich von Perugia wurde der heftigste Erdstoß gemessen. Die Stärke variierte nach Angaben unterschiedlicher Erdbebenwarten zwischen 5,9 und 6,1 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag in der in der Region Marken gelegenen Provinz Macerata. Am stärksten getroffen hat es neben Visso die Orte Ussita, Castelsantangelo sul Nera, Muccia, Pieve Torina, San Ginesio, Camerino und Caldarola.

Karte von Mittelitalien

Omniscale/OSM/ORF.at

Obwohl die Erdstöße am Mittwochabend ähnlich stark waren wie bei dem verheerenden Beben vor fast exakt zwei Monaten, schätzte der Zivilschutz die Folgen zunächst als weniger schwer als befürchtet ein. Nach offiziellen Angaben starb ein Mann, weil er wohl infolge der Beben einen Herzinfarkt erlitten hatte. Berichte über weitere Todesopfer gab es Donnerstagfrüh zunächst nicht. Bis in die Morgenstunden gab es Nachbeben. Tausende Menschen verbrachten die Nacht im Freien, in Autos oder in Notunterkünften.

„Eine apokalyptische Situation“

Mehrere Bürgermeister der kleinen Gemeinden in den Marken und in Umbrien zeigten sich zuversichtlich, dass es trotz schwerer Schäden keine Vermissten und Verschütteten geben könnte. Allerdings wurden viele Schäden an Gebäuden vermutet. „Meine Fachleute haben mir gesagt, dass das historische Zentrum (...) komplett unzugänglich sein könnte“, zitierte die Nachrichtenagentur ANSA den Bürgermeister der Gemeinde Visso, Giuliano Pazzaglini, am Donnerstag.

Der Bürgermeister von Ussita, Marco Rinaldi, sprach gegenüber dem TV-Sender Sky TG24 nach dem zweiten starken Beben von einer „apokalyptischen Situation“. Wegen des ersten Bebens seien zum Zeitpunkt des Nachbebens aber bereits „alle draußen, alle auf der Straße“ gewesen. Er sei deshalb zuversichtlich, dass niemand verletzt wurde. In Sozialen Netzwerken wie Twitter wurden indes Bilder der in Ussita eingestürzten Gebäude veröffentlicht.

Einstürze schon beschädigter Gebäude

Die Erdstöße ereigneten sich in jener Region, die erst Ende August von einem heftigen Beben getroffen worden war. Damals kamen 298 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in der Ortschaft Amatrice. Der dortige Bürgermeister Sergio Pirozzi sagte, auch in seinem Ort sei es erneut zu Schäden gekommen.

„Es gab Einstürze, aber nur von Gebäuden, die schon beschädigt waren“, sagte Pirozzi laut ANSA. In der Kleinstadt San Ginesio nahe der Provinzhauptstadt Macerata stürzten etwa gleich zwei Kirchen ein. „Natürlich weckt das wieder die Angst“, so Pirozzi. „Es ist eine sehr harte Probe auf psychologischer Ebene“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Castelsantangelo, Mauro Falcucci, Repubblica TV.

In der Gemeinde Camerino stürzte der bereits beim August-Beben beschädigte Turm der Kirche Santa Maria in Via auf ein Wohnhaus. Gigi Capriotti, Bürgermeister der Gemeinde Acquasanta Terme, die beim Erdbeben am 24. August mehrere Todesopfer gemeldet hatte, warnte davor, dass Teile eines Bergs über seinem Dorf nach den neuen Erdstößen einstürzen könnten. Aus Sicherheitsgründen wurden unterdessen auch mehrere Verkehrsverbindungen, darunter auch die Via Salaria, die Rom mit den Marken verbindet, für den Verkehr gesperrt.

Laut Experten Nachbeben vom 24. August

Von den INGV-Experten wird das Beben vom Mittwoch als Nachbeben des schweren Erdstoßes vom 24. August betrachtet. Italien wird immer wieder von schweren Erdstößen heimgesucht. Nach wie vor sichtbar sind etwa die Spuren eines schweren Bebens des Jahres 2009 in der Hauptstadt der Region Abruzzen, L’Aquila, wo nun ebenfalls erneut die Erde bebte.

Auch im rund 120 Kilometer vom Epizentrum entfernten Rom war das Beben deutlich spürbar und wurden Schäden registriert. In mehreren Gebäuden seien Risse festgestellt worden, berichtete ANSA mit Verweis auf Berichte von Einsatzkräften. Nach den Erdstößen seien auch in der italienischen Hauptstadt zahllose Notrufe bei dem Zivilschutz eingegangen.

Auch in Österreich spürbar

Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sind bei einem Beben der Stärke 5,9 schwere Gebäudeschäden zu erwarten. Das zweite Beben wurde auch in weiten Teilen Österreichs deutlich verspürt. Die meisten Meldungen stammen laut ZAMG aus dem südlichen Teil Kärntens sowie aus dem Inntal im Bereich zwischen Innsbruck und Kufstein.

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