Islamisten verkünden Comeback in Libyen

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In Libyen haben Islamisten versucht, wieder an die Macht zu gelangen. Nach Berichten von gestern drangen Milizen des früheren Ministerpräsidenten Chalifa al-Ghweil in den alten Sitz des Parlaments in der Hauptstadt Tripolis vor.

Ghweil rief die von den Vereinten Nationen (UNO) unterstützte Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch auf, die Arbeit einzustellen. Seine Regierung sei zurück, verkündete Ghweil in dem Parlamentsgebäude. Befürchtete Zusammenstöße seien aber ausgeblieben, berichteten Augenzeugen.

Sarradsch verurteilte den Coup und ordnete die Festnahme der Politiker an, die Parallelstrukturen schaffen wollten. Beobachter sprachen von einem neuerlichen Rückschlag für die internationalen Bemühungen, Libyen nach fünf Jahren Chaos und Bürgerkrieg zu einen.

EU warnt

Die Europäische Union und der UNO-Libyen-Gesandte Martin Kobler warnten vor einer neuen Spirale der Gewalt in Libyen. Bis März herrschte Ghweil in Tripolis. Die EU wirft ihm vor, den Friedensprozess zu blockieren.

In dem nordafrikanischen Land amtiert seit März eine international unterstützte Einheitsregierung. Sie hat aber nur einen Teil des Landes unter Kontrolle. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist in Libyen aktiv.