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Jahrelanges Schweigen gebrochen

Drei Jahre nach Prozessbeginn hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe in München Ende September zum ersten Mal persönlich das Wort ergriffen. Sie verlas eine kurze Erklärung, in der sie einräumte, sich früher „durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts“ identifiziert zu haben.

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Das sei heute jedoch nicht mehr so. „Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen“, sagte Zschäpe. Beim Verlesen der kurzen Erklärung am 313. Verhandlungstag des Mammutprozesses vor dem Oberlandesgericht München sprach sie sehr schnell mit leiser Stimme und wirkte nervös.

Entschuldigung bekräftigt

Zschäpe bekräftigte in ihrer kurzen Erklärung ihre Entschuldigung an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und ihre Hinterbliebenen und verwies dabei auf eine ihrer früheren, von einem Anwalt verlesenen Erklärungen.

Zschäpe steht seit dem 6. Mai 2013 vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor, die dem NSU vorgeworfen werden. Zschäpe ist das einzige noch lebende Mitglied des NSU-Trios. Ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die im November 2011 tot in einem Wohnmobil gefunden wurden, sollen die Taten überwiegend aus Fremdenhass verübt haben. Zschäpe hatte mit ihnen 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt.

Keine Antwort auf Fragen der Angehörigen

Im Dezember 2015 hatte Zschäpe von ihrem neuen Anwalt Mathias Grasel eine Erklärung verlesen lassen und sich außerdem bereiterklärt, auf schriftliche Fragen des Gerichts zu antworten. Zuvor hatte sie eisern geschwiegen und war damit der Strategie ihrer drei ehemaligen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm gefolgt.

In ihrer schriftlichen Aussage hatte sie angegeben, von den Morden nichts gewusst zu haben, und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt.
Auch eine mögliche Verbindung des NSU zum Mordfall Peggy hatte das Oberlandesgericht aufgegriffen und dazu Fragen an Zschäpe gerichtet. Die achtjährige Peggy Knobloch war 2001 verschwunden, ob es eine Verbindung zum NSU-Mann Uwe Böhnhardt gibt, wird geprüft. Zschäpe kündigte hier eine Antwort an. Wann es dazu kommt, ist aber noch offen.

Link:

  • NSU (Wikipedia)