„Nepszabadsag“-Mitarbeiter wollen für Zeitung kämpfen

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Die Mitarbeiter der ungarischen Tageszeitung „Nepszsabadsag“ (wörtlich Volksfreiheit) kämpfen um ihren Arbeitsplatz, der ihnen gestern „putschartig“ genommen wurde. Am Nachmittag wollen sie ihre Arbeitsplätze in der Redaktion wieder einnehmen, berichten ungarische Medien. Das Unterfangen dürfte sich schwierig gestalten, weil das Gebäude geschlossen wurde und bewacht wird.

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Tausende protestierten gegen die Einstellung der kritischen Zeitung.

Bereits gestern hatten Tausende Ungarn vor dem Parlament gegen die Schließung der Zeitung protestiert. 200 ungarische Schriftsteller schlossen sich dem Protest an. Unterstützung kam auch aus dem Europaparlament. Der sozialdemokratische Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte sich solidarisch mit den Protestierenden und bezeichnete die Schließung der Zeitung als „Besorgnis erregenden Präzedenzfall“.

Verhandlungen mit österreichischen Eigentümern

Der Eigentümer der Zeitung, die österreichische Mediaworks AG, unterbreitete der Redaktion gestern Abend ein Angebot. Auf dessen Grundlage sollen Verhandlungen unter Einbeziehung von Betriebsrat und Gewerkschaft erfolgen.

Laut Aussendung sollen „umgehend Gespräche mit Chefredakteur Andras Muranyi über Einstellung und Neustart der Zeitung beginnen.“ Voraussetzung sei, dass die Redaktionsleitung eine Strategie und einen Geschäftsplan unterbreite, der ein langfristig rentables Erscheinen der Zeitung sichert. Muranyi hatte Mediaworks den Standpunkt der Redaktion mitgeteilt. Es sei das entschlossene Ziel der Redaktion, „zusammenzubleiben und ausschließlich die bisher übliche unabhängige Fachqualität zu sichern“.

Der Verlag hatte die Einstellung von „Nepszabadsag“ mit der Suche nach einem neuen Konzept und der starken Verringerung der Auflage in den vergangenen zehn Jahren um 74 Prozent und damit um 100.000 Exemplare begründet. Das Blatt hätte seit 2007 Verluste in Höhe von fünf Milliarden Forint (16,45 Mio. Euro) eingefahren.