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Verhärtete Fronten

Die USA haben die direkten Gespräche mit Russland über eine Waffenruhe in Syrien auf Eis gelegt. Moskaus UNO-Botschafter Witali Tschurkin äußerte am Montagabend in New York die Hoffnung auf eine baldige Wiederherstellung der russisch- amerikanischen Zusammenarbeit im Syrien-Konflikt. Die Fronten sind allerdings verhärtet.

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Moskau halte in Syrien und auch im Irak an seinen Zielen fest, so Tschurkin weiter. „Das Hauptziel in diesem Teil der Welt ist, alle Terroristen von dort zu verdrängen.“ Solange es dort Terroristen gebe, könne es auch keinen Frieden und kein friedliches Leben der Bürger geben, so Tschurkin laut russischen Agenturen. Moskau betrachtet alle Gegner des syrischen Regimes als Terroristen.

Ein Syrer entkommt mit zwei Kindern einem Luftangriff

picturedesk.com/Imageslive/Louai Barakat

Der Staub ist nach einem Bombenangriff auf Aleppo überall

Vernichtung von Plutonium ausgesetzt

Wegen zunehmender Spannungen mit den USA hatte Russland zuvor am Montag die vereinbarte Vernichtung von atomwaffenfähigem Plutonium ausgesetzt. In einem Erlass schrieb Präsident Wladimir Putin als Begründung von „unfreundlichen Handlungen der USA“ gegen Russland und einer Bedrohung der strategischen Stabilität.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies am Abend jegliche Schuld am Scheitern der Syrien-Gespräche zurück. Washington habe das Abkommen vom September nicht erfüllt, sagte sie im Staatsfernsehen. Nun versuchten die USA, Russland die Verantwortung zuzuschieben. „Washingtons Tatenlosigkeit hat dazu geführt, dass sich die Kämpfer neu formieren konnten, Waffen erhalten und ihre Ressourcen mobilisiert haben.“

Weißes Haus: Geduld mit Moskau am Ende

Washington sieht das anders. Man habe alles dafür getan, gemeinsam mit Moskau die Gewalt in dem Bürgerkriegsland zu beenden, sagte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, am Montag. Russland sei aber seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.

„Das ist keine Entscheidung, die uns leichtgefallen ist“, sagte er. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest betonte: „Die Geduld aller mit Russland ist am Ende.“ Moskau gab dagegen den USA die Schuld am Scheitern der Verhandlungen. Vorausgegangen waren schier endlos erscheinende Verhandlungen und zahllose Telefonate zwischen den Außenministern John Kerry und Sergej Lawrow. Unter anderem gab es keine Einigung in der Frage, welche der syrischen Rebellengruppen als terroristisch und welche als gemäßigt einzustufen sind.

Festgefahrene Situation

Russland ist einer der engsten Partner des syrischen Regimes. Seit einem Jahr fliegen russische Kampfjets Angriffe in dem Bürgerkriegsland. Kritiker werfen dem Regime von Baschar al-Assad und seinen Partnern vor, absichtlich Krankenhäuser ins Visier zu nehmen. Beide Länder weisen den Vorwurf zurück und erklärten, sie kämpften in Syrien gegen Terroristen. Die USA betonen ihrerseits, nur gemäßigte Rebellengruppen zu unterstützen.

Beide Seiten hatten sich im September auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese scheiterte jedoch nach wenigen Tagen. Danach eskalierte die Gewalt. Die nordsyrische Stadt Aleppo erlebte in den vergangenen Tagen die heftigsten Bombardierungen des Regimes und der russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011.

Am Montag gingen die Angriffe auf Aleppo weiter. Die humanitäre Notlage dort spitzte sich zu. Die Vereinten Nationen warnten vor einem Zusammenbruch der medizinischen Einrichtungen. Laut UNO-Angaben wurden mindestens drei Krankenhäuser getroffen, darunter eine Kinderklinik für Tausende Patienten. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft in Nordsyrien starben 22 Menschen.

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