Serbien plant völlige Grenzschließung für Flüchtlinge

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Serbien hat zum ersten Mal eine komplette Schließung seiner Staatsgrenzen für Flüchtlinge in Aussicht gestellt. Er werde das der Regierung vorschlagen, wenn Ungarn, Österreich und Slowenien entsprechende Schritte machen, sagte Staatspräsident Tomislav Nikolic der Zeitung „Vecernje novosti“ (Dienstag-Ausgabe).

Serbien könne nicht zu einem Trichter werden, aus dem kein Wasser mehr abfließe, sagte Nikolic. Daher werde man trotz des Wunsches, Flüchtlingen zu helfen, die Grenzen schließen müssen. Diese wollten nämlich ohnehin nicht in Serbien bleiben, sagte er. Außerdem müsse Serbien nicht mehr als 5.000 bis 6.000 Flüchtlinge aufnehmen, sagte der Präsident offenbar in Anspielung auf das angedachte europäische Flüchtlingsquotensystem.

Zahl der Neuankommenden in Griechenland steigt

Die Flüchtlingszahl in Serbien liegt nach Angaben der Behörden derzeit bei etwa 7.400. In Aufnahmezentren wurden landesweit 5.200 Flüchtlinge untergebracht. Sie alle warten auf eine Weiterreise nach Ungarn oder in andere EU-Staaten.

Von gestern auf heute seien 280 Flüchtlinge von der türkischen Küste nach Griechenland gekommen, teilte unterdessen der griechische Flüchtlingskrisenstab mit. Innerhalb von vier Tagen kamen damit mehr als 600 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln an. Eine Woche zuvor waren es im selben Zeitraum lediglich 90 Menschen gewesen.

Auf den griechischen Inseln bleibt die Lage damit angespannt. Insgesamt 14.600 Flüchtlinge halten sich auf Lesbos, Chios, Kos, Leros und Samos auf - fast doppelt so viele, wie die Flüchtlingslager der Inseln Aufnahmeplätze haben.

Über 6.000 Bootsflüchtlinge gerettet

Vor der libyschen Küste wurden gestern an einem einzigen Tag 6.055 Bootsflüchtlinge aufgegriffen. Sie waren auf 32 Schlauchbooten, fünf Kähnen und zwei Flößen unterwegs, wie die italienische Küstenwache mitteilte, die die Rettungsaktion im Seegebiet rund 30 Meilen (55 Kilometer) vor Tripolis koordinierte. Neun Menschen seien tot geborgen worden.