Für Notenbank überwiegen Vorteile
Neue Fünf-Pfund-Noten im Gesamtwert von zwei Milliarden Pfund (2,4 Mrd. Euro) hat die britische Nationalbank an Banken ausgeliefert und Bankomaten damit geladen. Das Besondere daran: Sie bestehen aus Plastik und lösen die traditionellen Papierscheine ab.
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Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill schaut die Briten künftig beim Geldausgeben an: Sein Porträt ziert den neuen Fünf-Pfund-Schein, der seit Dienstag in Umlauf ist. Churchill sei „einer der größten Staatsmänner aller Zeiten“, sagte Notenbankchef Mark Carney. Auf dem Geldschein schaut der 1965 Verstorbene recht grimmig drein. Zitiert wird auf der Banknote auch sein berühmter Satz aus einer Rede vor dem Parlament im Zweiten Weltkrieg: „Ich habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß.“
Schwieriger zu fälschen
Die Zentralbank gibt insgesamt 440 Millionen neue Fünf-Pfund-Noten aus; umgerechnet sind sie pro Stück knapp sechs Euro wert. Die neuen Scheine sind - wie Banknoten etwa in Australien, Kanada und Rumänien - aus Plastik. Sie sollen zweieinhalbmal so lange halten wie die herkömmlichen Scheine aus Baumwollfaserpapier und fälschungssicherer sein. Außerdem ist der Schein 15 Prozent kleiner als sein Vorgänger.

Reuters/Joe Giddens
Vorder- und Rückseite des neuen „Fiver“
Die neuen Scheine fühlen sich laut der Tageszeitung „Guardian“ sauberer an, sind allerdings auch rutschiger. Sie können auch eher zusammenkleben als Papiernoten. Ein echtes Problem, so versicherten die Experten immmer wieder, sollte das aber für Normalbürger nicht darstellen. Nur bei sehr großen Geldstößen, wie sie Banken selbst verwenden, könnte es dazu kommen, dass Noten nicht richtig gezählt werden, weil sie zusammenkleben.
Nicht lose in Hosentasche stecken
Briten sollten die Geldscheine jedenfalls möglichst in einer Geldbörse aufbewahren und nicht lose in die Hosentasche stecken. Denn das ist die Achillesferse der neuen Banknoten: Wird ein Schein in der Hose vergessen und diese nach dem Waschen gebügelt, dann wird sie das Schicksal allen Plastiks erleiden: Der Fünf-Pfund-Schein schrumpft und verliert seine Form. Laut offiziellen Angaben wird der kritische Punkt bei 120 Grad Celsius erreicht.

Reuters/Dylan Martinez
Wasser kann den neuen Scheinen nichts anhaben. Ein paar Waschgänge übersteht aber auch herkömmliches Papiergeld.
Zehn- und 20-Pfund-Note folgen
Auf der alten Fünf-Pfund-Note war der „Engel der Gefängnisse“ abgebildet, die Reformerin des Gefängniswesens, Elizabeth Fry. Mit ihrem Porträt verschwindet bis kommenden Mai, wenn die alten Noten ihre Gültigkeit verlieren, das letzte Abbild einer Frau auf den britischen Banknoten.
Nach einer Petition zugunsten der Schriftstellerin Jane Austen wird nun aber deren Bild ab kommendem Sommer die neue Zehn-Pfund-Note zieren. Auf dem 20-Pfund-Schein wird ab 2020 der Maler J. M. W. Turner zu sehen sein. Auch diese Scheine werden künftig aus Plastik gefertig. Die Queen ist weiterhin auf der Rückseite jedes Scheins und auf jeder Münze präsent. Die EZB hatte sich bereits 2014 dagegen entschieden, auf Plastikscheine umzusatteln. Stattdessen wurden in der Zwischenzeit neue Sicherheitsmerkmale eingeführt, um die Euro-Noten fälschungssicherer zu machen.
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