Rätsel um blutroten Fluss in Sibirien

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In Russland hat sich in den letzten Tagen ein Fluss blutrot verfärbt. Seither kursieren Fotos davon in Sozialen Netzwerken. Die Ursache ist unklar. Die Behörden hätten eine Untersuchung beauftragt, berichteten heute internationale Medien, darunter der britische „Guardian“.

Ein Verdacht lautet, dass Eisenerz das Wasser des Daldykan verfärbt haben könnte. Eine mögliche andere Ursache sind Abwässer aus dem Bergbau in der Region. Der Fluss fließt nahe der sibirischen Stadt Norilsk, die wiederum ist Standort des weltweit größten Nickel- und Palladiumproduzenten Norilsk Nickel (MMC Norilski Nikel).

Der Dalyan soll sich in den letzten Monaten schon einmal verfärbt haben. Nun heißt es, bei Norilsk Nickel könnte eine Abwasserpipeline beschädigt worden sein.

„Apokalypse“ in Texas

Der Rohstoffkonzern dementierte das - laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit dem Zusatz, der Zustand des Flusses unterscheide sich nicht von seinem gewöhnlichen. Die Wasserversorgung von Norilsk sei nicht in Gefahr. Die Variante „biblische Plage“ aus dem 2. Buch Mose („Und alles Wasser im Strom wurde in Blut verwandelt.“) tauchte erwartungsgemäß - wenn auch nicht ernst gemeint - ebenfalls als Erklärung auf.

Der rote Fluss erinnert an einen ebenfalls rot gefärbten See in den USA im Jahr 2011. Dessen Verfärbung hatte damals bei streng Gläubigen tatsächlich Nervosität ausgelöst. Das OC Fisher reservoir im Bundesstaat Texas hatte sich nach einer anhaltenden Dürreperiode ebenfalls blutrot verfärbt. Ursache waren damals ein Fischsterben und Bakterien. Apokalypse ja, hieß es danach in US-Medien, aber nur für die Fische im See.