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Wie viele schaffen die Fünfprozenthürde?

Gut 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. 17 Parteien sowie sieben Einzelbewerber bewerben sich um die 71 Landtagssitze in Schwerin. Insgesamt kandidieren 290 Männer und 99 Frauen.

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36 Parlamentssitze werden an die Direktkandidaten mit den meisten Stimmen in den Wahlkreisen vergeben. Weitere 35 Mandate werden gegebenenfalls über die Landeslisten so verteilt, dass die Sitzverteilung dem Verhältnis der jeweils erzielten Zweitstimmen jener Parteien entspricht, die mindestens fünf Prozent der Stimmen erhalten.

SPD bisher klar stärkste Kraft

Bei der vergangenen Wahl vor fünf Jahren erzielte die SPD 35,6 Prozent der Stimmen. Die CDU kam auf 23,0 Prozent, die Linkspartei auf 18,4 Prozent. Erstmals zogen die Grünen mit 8,7 Prozent der Stimmen ins Schweriner Parlament ein. Die NPD schaffte 2011 den Wiedereinzug mit 6,0 Prozent der Stimmen.

Seit zehn Jahren regiert in Schwerin eine SPD/CDU-Koalition. Geführt wird sie seit 2008 von Ministerpräsident Erwin Sellering. Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass der 66-jährige SPD-Politiker die Koalition mit der CDU fortsetzen könnte, wenn auch mit einer deutlich knapperen Mehrheit als bisher. Allerdings wäre theoretisch auch eine rot-rot-grüne Koalition möglich.

AfD auf dem Sprung zur Großopposition

Größte Oppositionskraft könnte die AfD werden, die mit einem zweistelligen Ergebnis den Sprung in den Landtag schaffen wird und die CDU überflügeln könnte. Unsicher ist, ob die Grünen und die NPD es wieder in das Parlament schaffen. Kaum Chancen, die Fünfprozenthürde zu nehmen, werden der FDP eingeräumt.

Laut der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF käme die SPD auf 28 Prozent, die CDU ebenso wie die AfD auf 22 Prozent, die Linkspartei auf 13 Prozent und die Grünen auf sechs Prozent. FDP und NPD wären mit drei Prozent der Stimmen nicht im Parlament vertreten.

Keine Auswirkung auf deutschen Bundesrat

Egal wie die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ausgeht - im deutschen Bundesrat ändert sich nicht viel. Die große Koalition hat in der Länderkammer schon jetzt keine Mehrheit. Dabei wird es in jedem Fall auch bleiben.

Derzeit verfügen die von Union und SPD gemeinsam oder allein regierten Länder über 20 der 69 Stimmen im Bundesrat. Auch Mecklenburg-Vorpommern gehört derzeit diesem schwarz-roten Block an. Dabei könnte es durchaus auch nach der Wahl bleiben.

Die große Koalition im Bund kann ihre Macht auf diesem Weg also nicht mehr ausbauen, sondern nur noch mehr verlieren. Sollte es in Schwerin nicht für die Fortsetzung der schwarz-roten Koalition reichen und damit womöglich ein Bündnis von SPD, CDU und Grünen oder aber SPD, Linken und Grünen notwendig werden, würde der schwarz-rote Block die drei Stimmen Mecklenburg-Vorpommerns in der Länderkammer verlieren.

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