„Hasaka erlebt nun einen echten Krieg“
Nach schweren Angriffen durch Truppen des syrischen Regimes in der nordostsyrischen Stadt Hasaka haben die USA der kurdischen YPG-Miliz Luftunterstützung gegeben. Gleichzeitig richtete Washington eine scharfe Drohung an Damaskus.
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„Das syrische Regime ist gut beraten, die Koalitionstruppen und ihre Verbündeten nicht zu behindern“, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis, am Freitag in Washington. Die YPG ist für die USA ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
Sie ist Teil der von den USA aus der Luft unterstützten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die vergangenes Wochenende den IS aus der Stadt Manbidsch an der Grenze zur Türkei vertrieben hatten. Zudem hat die YPG starke Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die im Südosten der Türkei Anschläge auf Sicherheitskräfte verübt.
Washington schickte Kampfflugzeug
Das multiethnische Hasaka ist seit Jahren zwischen Regimetruppen und kurdischen Milizen geteilt. Die Angriffe der syrischen Armee hatten am Mittwoch begonnen. Mit Kampfjets und Artillerie beschossen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad die kurdischen Stellungen. Nach wiederholten Luftangriffen hätten die USA am Donnerstag Kampfjets in die Region geschickt, sagte Davis. Als die US-Flugzeuge angekommen seien, hätten die beiden syrischen Maschinen vom Typ SU-24 den Ort des Geschehens bereits verlassen.
Mit dem Einsatz hätten die Streitkräfte klargemacht, dass die US-Luftwaffe „Truppen am Boden im Bedrohungsfall schützen“ werde, sagte Davis. Doch die Attacken der Assad-Truppen gingen am Freitag offenbar ungeachtet der Drohung aus den USA weiter. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in England berichtete von mindestens acht Luftschlägen. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.
Dutzende Zivilisten getötet
Laut der Beobachtungsstelle sind seit Mittwoch Dutzende Zivilisten und mindestens 16 kurdische Kämpfer bei den Angriffen der Armee getötet worden. Auch ein YPG-Sprecher berichtete von Dutzenden Opfern in der Bevölkerung. „Hasaka erlebt nun einen echten Krieg“, sagte der YPG-Vertreter gegenüber Reuters. Wer eine Waffe halten könne, kämpfe gegen Assads Truppen. Am Freitag seien Tausende Menschen - hauptsächlich Frauen und Kinder - aus der Stadt in Sicherheit gebracht worden.
Damaskus spricht von „angemessener“ Reaktion
Die syrische Armee verteidigte unterdessen ihr Vorgehen. Die Kämpfe in Hasaka seien das Resultat von Versuchen kurdischer Sicherheitskräfte, die Kontrolle über Hasaka zu erlangen. Die Reaktion der Armee sei „angemessen“ gewesen, hieß es in einer Stellungnahme, auch weitere Versuche der Kurden, die Stadt zu übernehmen, würden mit Gewalt beantwortet.
Pentagon: Luftangriffe „sehr ungewöhnlich“
Die syrische Luftwaffe hielt sich bisher mit Angriffen auf die Kurden zurück. Pentagon-Sprecher Davis sagte, die Luftangriffe seien „sehr ungewöhnlich, wir haben niemals erlebt, dass das Regime zuvor solche Aktionen gegen die kurdischen Einheiten startete“. Die USA unterstützen die Kurden auch mit Beratern, die am Boden aktiv sind.
Die US-Regierung wandte sich indes am Freitag an Russland als Verbündeten der syrischen Regierung, um ein Ende der Luftangriffe auf die Kurden zu erreichen. Doch Moskau verwies nach Angaben des Pentagon-Sprechers darauf, dass die Angriffe von syrischen Flugzeugen ausgingen.
Russland setzte Marschflugkörper ein
Unterdessen gab das russische Verteidigungsministerium erstmals seit Dezember 2015 einen Einsatz von Marschflugkörpern bekannt. Die drei Raketen vom Typ Kalibr seien von zwei Korvetten im Mittelmeer aus auf Ziele westlich von Aleppo abgefeuert worden, erklärte das Ministerium. Sie hätten ein Kommandozentrum und ein „terroristisches Lager“ der radikalislamischen Al-Nusra-Front bei Daret Essa getroffen.
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