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Verkehrsbetrieben droht Konkurs

Ferragosto, das Fest von Mariä Himmelfahrt und Höhepunkt der italienischen Urlaubssaison, rückt näher. Doch Rom macht derzeit eine Reihe von Problemen zu schaffen. Neben einer akuten Müllkrise, die seit Wochen die neu gewählte Bürgermeisterin Virginia Raggi beschäftigt, ist die Stadt jetzt auch mit Schwierigkeiten im Nahverkehr konfrontiert.

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Wegen der Sommerferien verkehren weniger Busse und U-Bahnen als sonst. Roms Verkehrsbetriebe, ATAC, beschäftigen 12.000 Angestellte, schaffen es aber nicht, mehr als die Hälfte ihrer Autobusse wirklich auf die Straße zu bringen. Die Fahrzeuge sind zudem alt und meist ohne Klimaanlage, was im heißen römischen Sommer eine Busfahrt fast zum Alptraum macht.

Bisherige Sanierungsversuche gescheitert

In keiner Hauptstadt Europas fahren mehr Bewohner mit dem eigenen Auto zur Arbeit als in Rom, nämlich 70 Prozent. Das hat u. a. mit der schlechten Qualität des öffentlichen Verkehrs zu tun. Bei den römischen Verkehrsbetrieben fehlen Tag für Tag im Schnitt mehr als 1.500 der insgesamt 11.800 Mitarbeiter. Das ist keinesfalls eine Ausnahme. Die Abwesenheitsquote im öffentlichen Dienst beträgt zwischen zwölf und 15 Prozent.

Bisher sind Versuche zur Sanierung der hoch verschuldeten ATAC gescheitert. Jetzt droht Rom das Schreckgespenst eines Konkurses der öffentlichen Nahverkehrsgesellschaft. Sollten bis September nicht 18 Millionen Euro für die Instandhaltung aufgetrieben werden, wird es zu einer Reduktion der eingesetzten U-Bahnen kommen, was ausgerechnet zum Zeitpunkt des Schulbeginns zum Tragen käme.

„Dramatische Situation“

„Wir müssen uns mit einer dramatischen Situation auseinandersetzen, die uns unsere Vorgänger hinterlassen haben. Die Bürger sind müde und unzufrieden, wir müssen für sie diesen Notstand bewältigen“, sagte Bürgermeisterin Virginia Raggi bei einer Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch.

Bekommt die seit Ende Juni amtierende neue Bürgermeisterin das Problem der Müllentsorgung und der defizitären Verkehrsbetriebe nicht schnell in den Griff, was nach Jahren der Korruption und des Missmanagements durchaus schwierig ist, könnten viele Römer das Vertrauen in Raggis Partei Movimento 5 Stelle (Bewegung Fünf Sterne) verlieren. Die Partei des Populisten Beppe Grillo hatte im Juli mit großer Mehrheit die Bürgermeisterwahl in Rom gewonnen. Der Sieg war vor allem den Slogans für den Neustart der Stadt nach Jahren der Missstände zu verdanken.

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