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Noch einige Viertel in der Hand des IS

Die Truppen der libyschen Einheitsregierung haben nach eigenen Angaben die Kommandozentrale der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Dschihadistenhochburg Sirte unter ihre Kontrolle gebracht. Das als Hauptquartier fungierende Kongresszentrum sei eingenommen worden, teilte die von der UNO gestützte libysche Einheitsregierung in Tripolis am Mittwoch mit.

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Die Truppen waren am Montag auf die Kommandozentrale des IS im Zentrum von Sirte vorgerückt und hatten die Kämpfer der Dschihadistenmiliz eingekesselt. Das Ouagadougou-Konferenzzentrum sei nun eingenommen worden, berichteten die mit der Einheitsregierung verbündeten Milizen am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite.

Auch Krankenhaus und Universität unter Kontrolle

Wie die Regierung weiter mitteilte, nahmen die Truppen auch ein an die Kommandozentrale angrenzendes Krankenhaus und den nahe gelegenen Universitätscampus ein. Regierungssprecher Reda Issa sagte der Nachrichtenagentur AFP, die vollständige Befreiung von Sirte könne noch nicht verkündet werden. Die geschätzt etwa 1.000 Kämpfer des mächtigen IS-Ablegers kontrollierten nach wie vor mehrere Wohnviertel der Stadt.

Der IS hatte im Juni 2015 die Kontrolle über Sirte übernommen und gilt seither als wichtigste Basis der IS-Miliz in Libyen. Die Kräfte der Einheitsregierung hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung von Sirte gestartet, nachdem das IS-Einflussgebiet in Zentrallibyen auf mehr als 300 Kilometer Länge angewachsen war.

Karte von Libyen

APA/ORF.at

Innerhalb weniger Wochen rückten Truppen von allen Seiten auf das Zentrum Sirtes vor. Bei den Kämpfen gab es auf beiden Seiten große Verluste. Der Verlust der 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt wäre ein schwerer Schlag für die Dschihadisten. Sirte bildet die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des ölreichen Landes.

Spezialkräfte aus den USA und Großbritannien

Spezialkräfte aus den USA und Großbritannien unterstützen die Milizen am Boden mit Informationen über Rückzugsorte der Dschihadisten. Auf Gesuch der Regierung in Tripolis bombardieren seit Anfang August US-Kampfflugzeuge Stellungen des IS. Formal geführt wird die Militäroperation zur Befreiung Sirtes von der Einheitsregierung in Tripolis. Die von der UNO unterstützte Führung soll zwei andere, rivalisierende Regierungen in Libyen ersetzen. Ihre Macht im Land ist allerdings begrenzt.

Nach dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Zuge des NATO-Einsatzes im Jahr 2011 war das nordafrikanische Land ins Chaos gestürzt. Seitdem beherrschen verfeindete Milizen den Staat. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage in Libyen, um sich auszubreiten, unter anderem in Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Westen besorgt über Eskalation an Ölterminal

Unterdessen warnten führende westliche Staaten vor einer neuen Eskalation in Libyen. In einer gemeinsamen Erklärung zeigten sich die Regierungen der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Spaniens und Italiens besorgt über wachsende Spannungen an dem Ölhafen Sueitina in Ostlibyen.

Sie bekräftigten ihre Unterstützung für die von der UNO anerkannte Regierung und warnten davor, dass der Konflikt die libyschen Ölexporte und damit die Stabilisierung des Landes gefährden könnte. Hintergrund ist, dass sich die einander bekämpfenden Milizen in den vergangenen Jahren jeweils eigene Zugriffe auf Ölvorkommen in dem Land gesichert hatten.

Produktion auf ein Bruchteil gefallen

Die Produktion war infolge des Bürgerkriegs aber auf ein Bruchteil der einstigen 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag gefallen. In einer Resolution hatte der UNO-Sicherheitsrat gefordert, die Einnahmen der staatlichen libyschen Regierung zu unterstellen.

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