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Umbenennung angekündigt

Die islamistische Al-Nusra-Front in Syrien sagt sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida los und benennt sich zudem um. Der neue Name lautet Dschabhat Fatah al-Scham („Befreiungsfront für al-Scham“), wie ihr Anführer Abu Mohammed al-Dschaulani am Donnerstag in einer Videonachricht bekanntgab. Ziel sei die Bildung einer neuen Front und die Vereinigung verschiedener Dschihadistengruppen.

Die Al-Nusra-Front („Unterstützer-Front“) gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Obwohl ideologisch eng mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verwandt, sind beide Gruppen miteinander verfeindet. Andere, gemäßigtere Rebellengruppen kooperieren mit Al-Nusra im Kampf gegen die Regierungstruppen.

Al-Kaida für Verständnis gedankt

Al-Dschaulani dankte der Al-Kaida-Führung für deren Verständnis, dass die Trennung unumgänglich sei. Zuvor hatte die Al-Kaida-Führung die Abspaltung ausdrücklich gutgeheißen. Wichtiger als die Zugehörigkeit zu Al-Kaida sei, dass die Miliz geeint und schlagkräftig bleibe, hieß es.

Die USA haben die Al-Nusra-Front im Mai 2014 formal als terroristische Organisation eingestuft. Der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, sagte, daran werde sich nichts ändern. „Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass ihre Ziele oder ihr Handeln andere sind.“ Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, zeigte sich ebenfalls skeptisch.

Gezielte Angriffe

Das US-Streitkräfte bombardieren die Miliz vereinzelt. Im April griffen sie ein Treffen von hochrangigen Mitgliedern der Miliz im Nordwesten Syriens an und töteten dabei den Sprecher Abu Firas al-Suri. Seit Mitte Juni haben sich USA und Russland gemeinsam auf den Kampf gegen Al-Nusra verständigt.

Die Al-Nusra-Front verfügt nach Einschätzung von Experten über 5.000 bis 10.000 Kämpfer und ist nach dem IS die größte Dschihadistenmiliz in Syrien. Dabei legt die Al-Nusra-Front wenig Wert auf exklusive Territorialhoheit, oft kämpft sie mit anderen Gruppen zusammen. Die Al-Nusra-Front ging aus dem Al-Kaida-Arm Islamischer Staat im Irak hervor, sie wurde 2013 zum einzigen Ableger Al-Kaidas in Syrien erklärt.

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