Gegen May als Cameron-Nachfolgerin
Der „Brexit“-Vorkämpfer Nigel Farage hat Montagvormittag völlig überraschend seinen Rücktritt als Chef der rechtspopulistischen United Kingdom Independence Party (UKIP) erklärt. Mit der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union habe er sein politisches Ziel erreicht, sagte Farage vor Journalisten in London.
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Farage war einer der entschiedensten Verfechter des „Brexit“, für den sich bei dem Referendum vor eineinhalb Wochen knapp 52 Prozent der Briten aussprachen. „Der Sieg des ‚Leave‘-Lagers bei dem Referendum bedeutet, dass sich meine politischen Ziele erfüllt haben“, so der Politiker, der seit 17 Jahren im Europaparlament sitzt. „Ich habe meine Mission erfüllt“, so der Rechtspopulist, der es nicht nur mit EU-, sondern auch fremdenfeindlichen Parolen zu Bekanntheit schaffte.
In der Kampagne für den britischen EU-Austritt habe er mit dem Slogan „Wir wollen unser Land zurück“ geworben. Und heute sage er, „Ich will mein Leben zurück“. Sein Privatleben habe unter der Funktion als Parteichef gelitten, so Farage, der sich zu der Frage, wer ihm nachfolgen solle, bei der Pressekonferenz nicht äußern wollte.
Fordert „Leave“-Regierungschef
Farage, der seit der Gründung von UKIP 1993 bei der Partei war, sagte, er werde diese weiter unterstützen und Brüssel während der Verhandlungen über einen britischen EU-Austritt „wie ein Falke“ beobachten. Einmal mehr forderte Farage, dass der künftige Regierungschef aus dem „Leave“-Lager kommt. Theresa May, die derzeitige Favoritin, kommt für ihn damit nicht infrage.

Reuters/Neil Hall
Farage, der seit 17 Jahren Europaabgeordneter ist, wollte laut eigenen Aussagen nie Berufspolitiker sein
Bereits zweiter Rücktritt
Farage war nach der britischen Unterhauswahl im Vorjahr bereits einmal zurückgetreten - UKIP konnte nur einen Sitz erobern, er selbst scheiterte in seinem eigenen Wahlkreis. Nach nur drei Tagen war er aber an die Spitze der Partei zurückgekehrt. Ein BBC-Reporter betonte jedoch, diesmal vermittle Farage den Eindruck, dass er es ernst meine.
Farage sagte, er erwarte weitere innenpolitische Umbrüche nach dem Referendum - etwa dass ein Teil von Labour sich mit den Liberaldemokraten zusammenschließen werde.
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