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FBI-Untersuchung verlief im Sand

Omar Mateen, der Mörder von 49 Menschen in einem Club in Orlando im US-Bundesstaat Florida, hat sich selbst als islamistischer Attentäter gesehen. Angesichts seiner Biografie muss man allerdings davon ausgehen, dass das nur ein vorgeschobenes Motiv für ein Gewaltverbrechen war, das seinen Grund wohl in der psychischen Verfassung des Täters hat. Entsprechende Warnsignale dafür gab es seit Jahren.

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1986 wurde Mateen im Bundesstaat New York geboren, seine Eltern stammten aus Afghanistan. Die Familie zog nach Florida, da war Mateen noch ein Kind. 2006 machte Mateen einen College-Abschluss in Kriminaltechnologie. Ein Jahr später begann er bei G4S, einem der weltweit größten und auch in Österreich tätigen Sicherheitsunternehmen. Bis zuletzt war er dort beschäftigt. G4S sagt, man habe Mateen gründlich überprüft und durchleuchtet, keine Auffälligkeiten.

Behörden wurden mehrmals auf Mateen aufmerksam

2009 heiratete Mateen, kaufte eine Wohnung. Bis hierhin sah alles ganz stabil aus. War es aber nicht. Nur zwei Jahre später wurde er von seiner Frau Sitora Yusufiy geschieden. Im Fernsehen beschrieb sie den Ex-Mann als psychisch labil und krank und sehr gewalttätig. Regelmäßig habe er sie geschlagen und sie wie eine Geisel gehalten. Seit der Scheidung habe sie keinen Kontakt mehr gehabt.

Omar Mateen

APA/AP/MySpace

Ein älteres Selfie von Mateen auf seinem MySpace-Profil

2013 wurde das FBI auf den Mann aufmerksam. Mitarbeiter Mateens berichteten den Ermittlern laut „New York Times“, er habe mit terroristischen Verbindungen geprahlt. Mateen wurde überwacht, zweimal vernommen, durchgecheckt, ohne Ergebnis. Die Ermittlungen wurden eingestellt. 2014 entdeckte das FBI eine dünne Verbindung zwischen Mateen und Moner Mohammad Abusalha, dem ersten amerikanischen Selbstmordattentäter in Syrien, Kämpfer der Al-Nusra-Front. Wieder endeten die Ermittlungen ohne Ergebnis.

Vater in afghanischer Community aktiv

Mateens Vater Siddique Mir Mateen beschreibt den Sohn als nicht sehr religiös, kann sich ein Motiv aus Glaubensgründen nicht vorstellen, allerdings werden Familienmitglieder von Experten meistens als denkbar schlechte Zeugen für eine mögliche Radikalisierung beschrieben. Mateen senior ist sehr aktiv in der exilafghanischen Community in den USA und ließ dabei zum Teil auch mit mangelnder Abgrenzung zu den Taliban aufhorchen.

Der Vater sagt, sein Sohn habe extreme Probleme mit Homosexuellen gehabt. Sein Sohn sei einmal fast ausgerastet, als sich in Miami zwei Männer öffentlich geküsst und berührt hätten. „Schau Dir das an. Sie tun das, und mein Sohn sieht zu“, habe Omar gesagt. Diesen Sohn, schreibt die „Washington Post“, habe Mateen mit einer zweiten Frau gehabt, auch sie habe ihn verlassen, sie wolle sich nicht äußern.

Fragwürdiges Video von Vater am Montag

Die Aussagen von Siddique Mir Mateen sind jedoch spätestens seit Montag in einem anderen Licht zu sehen: In einem nach dem Attentat ins Onlinenetzwerk Facebook gestellten Video sagt Seddique Mateen in der Sprache Dari: „Es ist Sache Gottes, Homosexuelle zu bestrafen. Nicht die seiner Diener.“ Die Äußerungen lassen seine gleichzeitigen Beteuerungen, er sei „tieftraurig“ über die Tat seines Sohnes, der „gut und gebildet“ sei, in einem anderen Licht erscheinen.

Siddique Mir Mateen veröffentlicht auf YouTube immer wieder Videos, in denen er seine Ansichten vertritt. In der „Durand Jirga Show“ bringt er sich unter anderem als Kandidat für die afghanische Präsidentschaft ins Gespräch. Manchmal gibt er sich dabei präsidial vor afghanischer Flagge, manchmal ist er in Militärkleidung zu sehen. Die radikalislamischen Taliban nennt der Vater in einem der Videos „Kriegsbrüder“.

Imam beschreibt Mateen als in sich gekehrt

Ein früherer Mitarbeiter Mateens sagte der „New York Times“, dieser habe die ganze Zeit vom Töten gesprochen. Er ist allerdings der Einzige mit dieser Aussage, andere Zeugen kann er nicht benennen. Der Imam des späteren Attentäters, Syed Shafeeq Rahman, sagte der „New York Times“, Mateen sei drei- oder viermal pro Woche in der Moschee gewesen. Er beschreibt ihn als scheu, immer sei er auf die letzte Sekunde zum Gebet gekommen und sofort wieder verschwunden.

Als Omar Mateen zum Attentäter wurde, lebte er in Port St. Lucie, 170 Kilometer südöstlich von Orlando. Mateen war unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ AR 15 und einer halbautomatischen Pistole bewaffnet. Die Polizei bezeichnete ihn als sehr gut vorbereitet. Obwohl das FBI ihn auf dem Radar hatte, konnte er kurz vor der Tat ein Gewehr und eine Pistole kaufen, mutmaßlich die Tatwaffen.

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