„Schwer für beide Seiten“
Norbert Hofer (FPÖ) hat sich am Dienstag erstmals seit seiner Niederlage gegen Alexander Van der Bellen im Rennen um die Präsidentschaft Journalistenfragen gestellt. Hofer schaute am Dienstag beim Hypo-Untersuchungsausschuss vorbei. Der Montag sei ein „sehr harter Tag“ gewesen, so Hofer.
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Er sei nun vor allem damit beschäftigt, Leute zu trösten. Etwas Müdigkeit sei dem verhinderten Bundespräsidenten durchaus anzusehen, so das ORF.at-Team im Nationalrat. Am Montag habe er Van der Bellen gratuliert, sagte der FPÖ-Politiker weiter. Schwer sei es für beide Seiten, Van der Bellen habe nur knapp gewonnen, er habe nur knapp verloren, so Hofer. „Ich bitte nur beide Seiten zusammenzuhalten.“ Er habe sich viele Reaktionen angesehen, in Sozialen Netzwerken und sonst wo, und er ersuche die Österreicher, nicht zu streiten. „Wir sind alle Österreicher.“

ORF.at/Thomas Hangweyrer
Norbert Hofer stellt sich der Presse, bevor er den U-Ausschuss leitet
Kandidatur „hinter“ Strache
Auch einen Blick in seine Zukunftspläne gab der Dritte Nationalratspräsident. Er wolle bei der nächsten Nationalratswahl kandidieren, und zwar „hinter“ FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, wie Hofer sagte. Zum Thema Wahlanfechtung sagte er, man werde das nur tun, wenn es handfeste Hinweise gebe. Es solle nicht der Eindruck entstehen, dass die FPÖ ein schlechter Wahlverlierer sei. Für Nachmittag ist eine Pressekonferenz von Hofer mit Strache angesetzt.
Erste Hofer-Stellungnahme zu Ergebnis
FPÖ-Hofburg-Kandidat Norber Hofer schildert, wie es ihm mit dem Wahlergebnis geht.
Kickl: Wir sind ein Team
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies vor Beginn des Parteivorstandes am Dienstagvormittag mediale Spekulationen zurück, wonach Hofer aufgrund seines starken Ergebnisses das stärkere Zugpferd als Strache sein könnte. „Wir sind ein Team“, sagte Kickl auf eine entsprechende Frage.
Das Ergebnis von knapp 50 Prozent der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl zeige, dass es stimme, was er schon immer gesagt habe, so Kickl, nämlich, dass die FPÖ personell breit aufgestellt sei. Im Vorstand werde man nun den Wahlkampf analysieren und „Norbert Hofer hochleben lassen“. Gefragt nach einer Bilanz meinte Kickl, es sei der „erfolgreichste Wahlkampf, den die FPÖ jemals geführt hat“.
Strache ruft zu Besonnenheit auf
Der Präsident des FPÖ-Bildungsinstituts, Hilmar Kabas, sagte bei seinem Eintreffen zu einer möglichen Wahlanfechtung, diese werde man dann durchführen, wenn Fehler gemacht wurden. Keinen Kommentar gab es vor dem Parteivorstand von Strache und dem Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus. Man werde sich nachher äußern, hieß es seitens des FPÖ-Chefs. Die FPÖ im Burgenland, dem Heimatbundesland Hofers, bilanzierte am Dienstag in Eisenstadt die Wahl zufrieden. „Das burgenländische Ergebnis erfüllt uns mit Stolz“, sagte FPÖ-Landeschef Johann Tschürtz - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
Strache rief seine Fans - und Gegner - auf Facebook zu Besonnenheit auf. In den vergangenen Tagen hätten rund um die Präsidentenwahl viele User „völlig unangemessen reagiert und Kommentare hinterlassen, die mit dem Respekt gegenüber der Demokratie und auch gegenüber den Kandidaten und ihren Wählern völlig unvereinbar sind“. Strache forderte eine „Abrüstung der Worte“.
„Hinweise auf Unregelmäßigkeiten prüfen“
„Ich habe großes Verständnis dafür, dass viele von euch nach dem sehr knappen Wahlausgang enttäuscht sind“, schrieb Strache am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. „Und ich verspreche, dass wir Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl sachlich prüfen und darauf angemessen reagieren werden. Jetzt gibt es ein demokratisches Wahlergebnis, das selbstverständlich anzuerkennen ist“, so der FPÖ-Obmann.
„Ich fordere daher alle, die sich hier an Diskussionen beteiligen, dringend zur Besonnenheit und zur Mäßigung auf“, schrieb Strache. Aufgrund der enormen Kommentarzahlen von meist über tausend pro Posting - „unter denen sich wie gesagt leider zahlreiche indiskutable Äußerungen befinden“ - sieht er sich laut eigenem Posting „gezwungen, viele meiner Einträge zur Bundespräsidentenwahl zu löschen“.
Das sei sehr schade, „weil dadurch auch Diskussionen gelöscht werden, in denen Nutzer - Anhänger beider Kandidaten - in kultivierter Weise miteinander kommunizieren“. In einem abschließenden „dringenden Appell“ forderte Strache eine „Abrüstung der Worte“.
Fischer: „Anerkennung“ für Hofer
Bundespräsident Heinz Fischer sprach am Montag Hofer Anerkennung aus, der „in einem langen und spannenden Wahlkampf seine Standpunkte mit Engagement und Verve vertreten und verteidigt hat“. Am Mittwoch ist ein Treffen zwischen Hofer und Fischer geplant.
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