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Regionale Unterschiede

Rund 6,4 Mio. Wähler waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme für einen der fünf Hofburg-Kandidaten oder die -Kandidatin abzugeben. Dass die Wahlbeteiligung höher als vor sechs Jahren ausfallen würde, galt im Vorfeld als ausgemachte Sache. Wie viele am Ende tatsächlich im Wahllokal ihre Stimme abgaben, muss sich erst zeigen. Bereits jetzt lassen sich regionale Unterschiede ausmachen.

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In Vorarlberg ist der erste Wahlgang bereits beendet. Wie im westlichsten österreichischen Bundesland üblich schlossen die letzten Wahllokale um 13.00 Uhr. Bei nasskaltem Wetter lag die Wahlbeteiligung nach ausgezählten 34 Gemeinden bei 50,4 Prozent.

Kein Wähleransturm in Kärnten

Auch in Kärnten blieb der Wähleransturm vorerst aus. Bei kühlem und windigem, aber trockenem Wetter hielt sich der Andrang bis Mittag in Grenzen. In der Landeshauptstadt Klagenfurt lag die Wahlbeteiligung in vielen Wahllokalen „in etwa gleich hoch“ wie bei bisherigen Präsidentschaftswahlen auch.

Der Wahltag im ORF

Der ORF begleitet den Wahltag in Internet, Radio, Teletext und TV mit laufender Berichterstattung - mehr dazu in tv.ORF.at. ORF.at bietet ab 17.00 Uhr zudem eine Vielzahl von interaktiven Datengrafiken an.

Dabei ist der Urnengang 2010, bei dem sich Heinz Fischer der Wiederwahl stellte, aber nicht als Vergleich heranzuziehen. Vor sechs Jahren ging es „nur“ um die von Vornherein sichere Wiederwahl Fischers - ohne ÖVP-Gegenkandidaten. In Kärnten lag die Beteiligung damals nur bei 50 Prozent. Mehr als das werde es „auf jeden Fall“ werden, hieß es unisono aus verschiedenen Wahllokalen. Ein Wahlbeisitzer wagte die Prognose, man werde rund 65 Prozent erreichen.

Wenig Interesse in Salzburg

Möglicherweise nicht über der Wahl von 2010 könnte die Wahlbeteiligung in der Stadt Salzburg liegen. Bei einem Rundruf durch mehrere Wahllokale um 11.00 Uhr hätten bisher fast gleich viele Bürger wie vor sechs Jahren ihre Stimme abgegeben, sagte Amtsleiter Franz Schefbaumer zur APA. Allerdings seien rund 3.000 Wahlkarten mehr als 2010 ausgegeben worden. Wenn alle diese Wähler ihre Stimmkarten abgeben, könnte die Beteiligung um zwei, drei Prozent über jener der letzten Wahl liegen, meinte Schefbaumer.

Hohe Beteiligung in der Steiermark

In der Steiermark gingen bis Mittag bereits ungewöhnlich viele Menschen zur Wahl. „Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 Prozent“, so Manfred Kindermann, stellvertretender Landeswahlleiter, Sonntagmittag zur APA, bei drei ausgezählten Gemeinden. Für eine Präsidentschaftswahl sei die Beteiligung sehr hoch. 2010 war sie knapp über 47 Prozent gelegen.

Wähler vor ihrer Stimmabgabe

APA/Herbert Neubauer

In Wien gab es zumindest die eine oder andere Schlange vor den Wahlkabinen.

In Tirol hieß es kurz nach Mittag, es gebe noch keinen klaren Trend bei der Wahlbeteiligung. Zu diesem Zeitpunkt waren vor allem kleinere Gemeinden ausgezählt. Die meisten Wahllokale schließen im Bundesland am frühen Nachmittag. In größeren Städten wie Kufstein und Hall sind sie bis 16.00 Uhr geöffnet, in der Landeshauptstadt Innsbruck bis 17.00 Uhr.

Viele Wahlkarten beantragt

Für Wien vermeldete die Landeswahlbehörde mit Stand 14.00 Uhr eine Beteiligung von etwas über 38 Prozent. 2010 belief sich die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundespräsidentschaftswahl um diese Uhrzeit bei 34,45 Prozent. Die endgültige Wahlbeteiligung lag 2010 bei 51,71 Prozent - inklusive der per Briefwahl abgegeben Stimmen.

Die Briefwahlstimmen, die erst am Montag eingerechnet werden, könnten heuer auch einen merkbaren Einfluss haben - sowohl auf die Wahlbeteiligung als auch auf das Ergebnis. In Wien hatten dieses Jahr besonders viele Wähler im Vorfeld eine Wahlkarte beantragt: 160.725 Wahlkarten hatten die Behörden in Wien ausgestellt. In ganz Österreich waren es 641.975 Stück.

Bundespräsident Fischer gibt seine Stimme ab

APA/Bundesheer/Peter Lechner

Der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer bei der Stimmabgabe

Noch am Sonntagvormittag rechnete Fischer mit einer hohen Wahlbeteiligung. Er gab seine Stimme gemeinsam mit seiner Frau Margit ab. Zu seinem bevorstehenden Abschied aus der Hofburg meinte er, bis zum 8. Juli „sicher locker“ zu sein. Am 8. Juli werde er vielleicht melancholisch sein, so Fischer.

Hundstorfer „durchaus emotional“

Bereits am Vormittag wählten auch die sechs zur Wahl stehenden Hofburg-Bewerber. SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer schritt mit gutem Gefühl in Wien zur Wahl. Aus seinem Wahlverhalten machte er kein Geheimnis: „Man wählt sich selbst.“ Er schilderte den Wahltag als „durchaus emotional“. Man blicke auf ein langes politisches Leben zurück und sei auch „ein bisschen stolz“. Mit einem Scheitern im ersten Durchgang wollte sich Hundstorfer nicht befassen: „Ich habe keinen Plan B.“

Khol: „Überraschung ist mein Geschäft“

Auch ÖVP-Kandidat Andreas Khol gab sich bei seiner Stimmabgabe in Wien trotz der für ihn bescheidenen Umfragen zuversichtlich. Es gehe ihm „hervorragend“, sagte er. „Überraschung ist mein Geschäft“, sagte Khol. Beim Verlassen des Wiener Wahllokals kündigte er ein weiteres Treffen bei der Stichwahl an: „Auf Wiedersehen - ich meine das wörtlich.“

Hofer: „Es schaut ganz gut aus“

Gut gelaunt gab FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer seine Stimme im burgenländischen Pinkafeld ab. Sein Ziel sei weiterhin die Stichwahl, sagte er den wartenden Journalisten. „Ich kann nur vom Gefühl her sagen, dass es ganz gut ausschaut.“ In der Stichwahl würde er sich den von den Grünen unterstützten Kandidaten Alexander Van der Bellen wünschen, sagte Hofer. Er glaube, dass dann „ein inhaltlich interessanter Wahlkampf“ bevorstünde.

Van der Bellen „mit Demut“

Van der Bellen sagte auf die Frage, wen er am liebsten als Gegner in der zweiten Runde sehen würde: „Mir ist jeder und jede recht.“ Er empfinde Dankbarkeit gegenüber seinen Unterstützern und Hochachtung gegenüber seinen Mitbewerbern. Nach außen hin gab sich Van der Bellen bei der Stimmabgabe in Wien gelassen. „Ich versuche, entspannt zu wirken.“ Dass er siegessicher sei, verneinte er: „Nein, bin ich nicht, ich sehe dem mit Demut entgegen.“

Griss: „Getan, was in unserer Macht stand“

Auch die parteiunabhängige Kandidatin, Ex-Richterin und politische Newcomerin Irmgard Griss zeigte sich „völlig entspannt“. Für den Ausgang der Wahl sah sie sich angesichts der erfolgreichen Spendenkampagne schon als Siegerin. „Mein Team und ich haben getan, was in unserer Macht stand“, sagte Griss - die bei ihrer Stimmabgabe ihren Ausweis vergessen hatte, aber in ihrem Wiener Wahllokal dennoch identifiziert werden konnte.

Lugner: „Eine Stimme habe ich fix“

Der Unternehmer und parteiunabhängige Kandidat Richard Lugner machte in seinem Wiener Wahllokal kein Geheimnis daraus, dass er für sich stimmen wird: „Eine Stimme habe ich fix, leider darf meine Frau nicht wählen“, verwies Lugner auf die deutsche Staatsbürgerschaft seiner Ehefrau Cathy.

Das vorläufige Endergebnis - ohne Briefwahlstimmen - sollte laut Bundeswahlbehörde zwischen 19.00 und 20.00 Uhr feststehen. Überraschend wäre, wenn einer der sechs Bewerber auf mehr als 50 Prozent käme. Das ist aber nötig, um Bundespräsident zu werden, womit davon auszugehen ist, dass es am 22. Mai zur Stichwahl kommt.

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