Libyen hofft auf Deal mit EU nach Vorbild der Türkei
Libyens Einheitsregierung hofft auf ein Flüchtlingsabkommen mit der EU nach dem Vorbild des Deals mit der Türkei. Vizepräsident Ahmed Maetig habe den Wunsch geäußert, entsprechende Verhandlungen darüber zu beginnen, sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano, der sich gestern mit Maetig getroffen hatte.
Ein solches Abkommen solle sich an der Vereinbarung zwischen Brüssel und Ankara orientieren, forderte der libysche Vizepräsident.
Chaos seit dem Tod Gaddafis
Der im März zwischen der EU und Ankara ausgehandelte Flüchtlingspakt sieht vor, dass die Türkei alle auf irregulärem Weg auf die griechischen Inseln gelangten Schutzsuchenden zurücknimmt. Im Gegenzug nimmt die EU für jeden abgeschobenen Syrer einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf. Die Umsetzung des Abkommens verläuft jedoch schleppend. Auch von Libyen aus machen sich regelmäßig zahlreiche Flüchtlinge auf den Weg nach Europa.
Das nordafrikanische Land wird seit dem Sturz und dem Tod von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 von einem tiefen Konflikt beherrscht, in dem bis zuletzt verschiedene Milizen und zwei konkurrierende Führungen um die Macht kämpften. Nach monatelanger UNO-Vermittlung gelang im Oktober schließlich eine Einigung auf die Bildung einer Einheitsregierung - das dafür nötige Votum im Parlament wurde seitdem aber immer wieder verschoben.