20.000 Soldaten in Region Kyushu entsandt
Die Zahl der Todesopfer nach einem erneuten schweren Erdbeben im Südwesten Japans ist weiter gestiegen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete, kamen mindestens 41 Menschen ums Leben. Mindestens 2.000 Menschen wurden verletzt.
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Das Beben erschütterte die Region Kyushu Samstagfrüh um 1.25 Uhr Ortszeit (Freitag 18.25 Uhr MESZ). Die US-Erdbebenwarte USGS sprach von einem Beben der Stärke 7,0, die japanische Meteorologiebehörde nannte den Wert 7,3.
80 Menschen unter Trümmern vermutet
Etwa 80 Menschen würden noch unter den Trümmern vermutet, gab die Regierung bekannt. Die Anzahl der Schwerverletzten wurde mit 190 beziffert. Verängstigte Menschen saßen in Decken gehüllt vor ihren Häusern, während andere in den Reisfeldern an den Stadträndern kampierten.
Rund 100.000 Haushalte waren vorerst ohne Strom und 422.000 ohne Wasser. Mehr als 1.700 Häuser in der am schwersten betroffenen Provinz Kumamoto wurden beschädigt oder komplett zerstört, allein 1.400 in Nishihara, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

APA/AP/Yusuke Ogata
Viele Häuser hielten dem starken Beben nicht stand
Deutlich stärker als letztes Beben
Die Region war erst am Donnerstag von einem schweren Beben heimgesucht worden. Dabei waren mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und mehr als 1.100 verletzt worden. „Das jüngste Beben fühlte sich so stark wie das ursprüngliche an - oder noch stärker“, sagte Shotaro Sakamoto von der Präfektur in Kumamoto. Auf den Straßen liefen viele Menschen „in Panik“ herum.

APA/ORF.at
Das Erdbeben war erheblich stärker als ein erstes Beben vom Donnerstag. Dieses hatte eine Stärke von 6,5 und war lediglich ein Vorausschock gewesen, gefolgt von zahlreichen weiteren Erschütterungen, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Das Beben in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) sei das Hauptbeben gewesen.
Suche nach Verschütteten
Ein Regierungssprecher in Tokio kündigte die Entsendung von 20.000 Soldaten in die Katastrophenregion an. Falls notwendig, würden 5.000 weitere Mann entsandt, hieß es. Für Samstag war ein Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Kyushu angekündigt.

APA/AFP/Kazuhiro Nogi
Einsatzkräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden
Mehrere Erdrutsche
Örtlichen Medienberichten zufolge wurden in drei Ortschaften der Provinz Kumamoto mehrere Menschen von Erdrutschen erfasst. Viele Häuser sind zerstört. In der Ortschaft Minamiaso ging ein gewaltiger Erdrutsch nieder und verschüttete eine Straße. Eine Straßenbrücke wurde ebenfalls schwer beschädigt. Vereinzelt brachen Feuer aus.
Zehntausende Menschen waren von der Gas- und Stromversorgung abgeschnitten. Das Rathaus der Stadt Uto stürzte teilweise ein. Auch das Dach des Flughafens von Kumamoto brach ein, verletzt wurde Medienberichten zufolge dabei jedoch niemand. Sämtliche Flüge von und zu dem Flughafen wurden gestrichen.
Kleinerer Vulkanausbruch
Die drei Kernkraftwerke in der Umgebung meldeten keine Störungen. Auf Kyushu sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt, unter anderem aus der Auto-, Stahl- und Schiffbauindustrie. Eine anfängliche Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben. Unterdessen kam es an dem in der Region gelegenen Vulkan Aso zu einer kleineren Eruption. Sie sei jedoch nicht auf das Beben zurückzuführen, hieß es.
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