Treuhänder bestätigt Übergabe von Poroschenkos Konzern

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Die Treuhandgesellschaft Rothschild Trust hat bestätigt, dass sie seit Jänner 2016 für den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko dessen Süßwarenkonzern Roshen führt.

„Der Vertrag wurde gemäß den internationalen Standards für die Übergabe von Firmenanteilen von Politikern in ein Treuhandvermögen während der Regierungszeit geschlossen“, hieß aus dem Unternehmen laut Interfax gestern. Dem Vertrag seien zwölf Monate Verhandlungen vorausgegangen. Poroschenko habe dem Unternehmen erlaubt, diese Information preiszugeben.

2014 Briefkastenfirma eröffnet

Das Staatsoberhaupt war nach der Veröffentlichung der Panama-Papers unter Druck geraten. Die Dokumente wurden der „Süddeutschen Zeitung“ zugespielt und vom Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) und seinen Medienpartnern, darunter der ORF und der „Falter“, ausgewertet.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass der 50-Jährige nach seiner Wahl 2014 eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln eröffnete. Ihm wurde deshalb vorgeworfen, er habe Steuern mindern wollen. Poroschenko und seine Juristen bestreiten das.

Er habe mit dem Verkauf seines Unternehmens lediglich ein Wahlkampfversprechen erfüllen wollen. Weil sich kein Käufer fand, habe er den Kern seines Firmenimperiums während seiner Regierungszeit an einen Treuhänder übergeben. Seine 60-prozentige Bankbeteiligung soll folgen.

Verbindungen zur RBI

Poroschenko wird auch mit der Raiffeisen Zentralbank Österreich in Verbindung gebracht. Die Raiffeisen Bank International (RBI) schloss beispielsweise im Dezember 2010 einen Pfandvertrag über 115 Millionen Dollar (102 Mio. Euro) mit der auf den Jungferninseln registrierten Offshore-Gesellschaft Linquist Services Limited ab.

Wer hinter diesem Vehikel steht, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Tatsache ist aber, dass dieser Pfandvertrag einen 115-Millionen-Dollar-Kredit an den ukrainischen Süßwarenhersteller Roshen in Kiew absicherte. Kreditvereinbarungen von Offshore-Gesellschaften zugunsten von Dritten gelten bei Korruptionsexperten als mögliches Indiz für Geldwäsche.