Onlineaktivist in Bangladesch mit Macheten getötet
Im überwiegend muslimisch geprägten Bangladesch ist erneut ein Kritiker des religiösen Extremismus getötet worden. Der 26 Jahre alte Onlineaktivist Nazimuddin Samad sei auf einer Straße in Dhaka mit Macheten niedergemetzelt worden, als er von der Universität nach Hause zurückgekehrt sei, sagte ein Polizeisprecher heute.
Die Angreifer hätten nach der Tötung gestern Abend „Allahu akbar“ (Gott ist unermesslich groß) gerufen. Samad gehörte zu einer Gruppe, die für die regierende Partei Awami League arbeitet. Nach Angaben seiner Freunde wandte er sich gegen religiösen Extremismus.
Islamistische Extremisten vermutet
Seit Anfang vergangenen Jahres wurden in Bangladesch mehrere religionskritische Schriftsteller, Blogger und deren Verleger getötet. Die Polizei vermutet islamistische Extremisten hinter den Attacken und nahm mehrere Männer fest.
In Bangladesch wird eine offener, liberaler Islam gelebt. Doch in den vergangenen Jahren nahm der Einfluss radikaler Kräfte zu. Sowohl das Terrornetzwerk Al-Kaida als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behaupten, in Bangladesch aktiv zu sein. Das verneint die Regierung des südasiatischen Landes.