25 Anschläge auf Asyleinrichtungen im Jahr 2015

Flüchtlingseinrichtungen bzw. Asylwerber selbst sind im Vorjahr häufig zum Ziel ausländerfeindlicher Attacken geworden. Das geht aus einer Anfragebeantwortung des Innenministeriums an den grünen Justizsprecher Albert Steinhauser hervor. 25 Fälle wurden vermerkt, in etlichen wurden die Täter nicht ausgeforscht.

Häufig in Kärnten

Betroffen waren Einrichtungen in allen Bundesländern außer dem Burgenland. Besonders viele Vorfälle gab es in Kärnten, nämlich deren sieben. So wurden bei einem Bölleranschlag auf eine geplante Asylunterkunft in Groß-Kirchheim die beiden Inhaber leicht verletzt, in Straßburg mit einem pyrotechnischen Gegenstand eine Tür beschädigt. Brandanschläge gab es etwa auch in Wels und in Dornbirn, ebenso in Mitterdorf, Wörgl und Traiskirchen.

Der vielleicht schwerwiegendste Vorfall ereignete sich in Niederösterreich, das ebenso wie Vorarlberg fünf Angriffe zu verzeichnen hatte. Flüchtlinge wurden in Wiener Neustadt mit einer Soft Gun beschossen. In Vorarlberger Einrichtungen in Hohenems und Wolfurt wurde NS-Propaganda angebracht.

Täter oft nicht ausgeforscht

In etlichen Fällen konnten die Täter bisher nicht ausgeforscht werden, was Steinhauser bedauert: „Wenn wir in Österreich keine Zustände wie in Deutschland haben wollen, wird es entscheidend sein, die Aufklärungsquote massiv zu steigern“, meint der Grün-Politiker. Nur so werde klar, dass Übergriffe auf Asyleinrichtungen kein Kavaliersdelikt seien. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) möge ihre Anstrengungen erhöhen.