Bleiverseuchtes Wasser: Skandal in USA weitet sich aus
Der Skandal um mit Blei verseuchtes Trinkwasser in den USA weitet sich aus. Wie die Zeitung „USA Today“ heute unter Berufung auf eigene Recherchen berichtete, sind rund sechs Millionen US-Bürger betroffen.
In etwa 2.000 Wasserverteilungssystemen sei Blei gemessen worden, das über den von der Umweltschutzbehörde EPA empfohlenen Grenzwerten liege. Betroffen seien alle 50 Bundesstaaten.
Notstand in Stadt Flint
Das Problem der Bleikontamination hat damit offenbar weitaus größere Dimensionen als bisher bekannt. In den vergangenen Monaten hatten die Zustände in der Stadt Flint im Bundesstaat Michigan die Aufmerksamkeit der US-Öffentlichkeit auf das Problem gelenkt. Wegen der Verseuchung des Trinkwassers in der 100.000-Einwohner-Stadt rief Präsident Barack Obama im Jänner den Notstand in Michigan aus.
Bei Kindern in Flint waren deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt worden, viele Einwohner klagen über Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall. Kinder sind besonders empfindlich für die Wirkungen des Gifts. Blei kann sogar dauerhafte Lern- und Verhaltensprobleme verursachen. Laut „USA Today“ versorgen etwa 350 der landesweit von der Bleikontaminierung betroffenen Wasserversorgungssysteme auch Schulen und Kindergärten.