Auch Konjunkturaussichten eingetrübt
Trotz der großen Geldschwemme wird die Inflation im Euro-Raum nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen als zuletzt erwartet. Zudem hätten sich die Konjunkturaussichten wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft eingetrübt, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt.
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Die Notenbank senkte ihre Inflationsprognose für dieses Jahr drastisch auf 0,1 Prozent (bisher 1,0 Prozent). Für 2017 sagen die Währungshüter nun einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent (bisher: 1,6 Prozent) voraus. Erstmals gaben die Währungshüter auch eine Prognose für 2018 ab: Sie rechnen mit einer Teuerung von 1,6 Prozent. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an.
Konjunktur springt nicht an
Im Februar waren die Verbraucherpreise im Euro-Raum erstmals seit einem halben Jahr wieder gefallen. Die jährliche Teuerungsrate ging nach ersten Schätzungen wegen des weiteren Absturzes der Ölpreise auf minus 0,2 Prozent zurück. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

APA/AFP/Michael Probst
Grund zu lachen hat Draghi nicht - die bisherigen Maßnahmen wirkten kaum
Gleichzeitig beurteilen die Notenbank-Experten die Konjunkturaussichten pessimistischer als im Dezember. Für das laufende Jahr erwarten sie ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Raum von 1,4 Prozent (bisher 1,7 Prozent). Für 2017 sagen sie ein Plus von 1,7 Prozent (bisher: 1,9 Prozent) voraus. 2018 soll die Wirtschaft im Euro-Raum um 1,8 Prozent zulegen.
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