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Neue Instrumente, gigantische Volumina

Die Europäische Zentralbank (EZB) kämpft mit allen erdenklichen Mitteln gegen die schwächelnde Konjunktur und die niedrige Inflation, und die Maßnahmen werden immer drastischer: Erstmals wird der Leitzins auf 0,0 Prozent gesenkt. Das beschloss der Rat der EZB nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt.

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Zudem pumpt die Notenbank statt 60 Mrd. Euro ab April 80 Mrd. Euro monatlich auf den Markt, und Banken müssen noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld über Nacht bei der Notenbank parken. Damit wird die EZB-Politik des billigen Geldes noch einmal stark ausgeweitet.

Geld einzulagern wird für Banken wieder teurer

Der nun auf null gesenkte Leitzins ist jener Satz, zu dem sich Geschäftsbanken bei Notenbanken Geld borgen. Er ist auch der Referenzwert für Spar- und Kreditzinsen. Bisher lag er bei 0,05 Prozent, die 0,0 Prozent sind absolutes Rekordtief. Der Einlagezins wird von aktuell minus 0,3 Prozent auf minus 0,4 Prozent herabgesetzt. Mit dem negativen Einlagenzins wollen die Währungshüter die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln.

Müssen Banken mehr für das Bunkern von Liquidität zahlen - so die Theorie -, bringt sie das eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und Unternehmen weiterzureichen. Denn bisher kommt das viele billige Zentralbankgeld nicht im gewünschten Maß in der Wirtschaft an.

Zentralbank kauft noch mehr Kredite auf

Deshalb werden als dritter Schritt die äußerst umstrittenen Anleihekäufe auf monatlich 80 (bisher 60) Milliarden Euro aufgestockt. Auch Euro-Bonds von Unternehmen außerhalb des Bankensektors mit guter Bonitätseinstufung sollen künftig in das Wertpapierkaufprogramm aufgenommen werden. Das soll für mehr Inflation sorgen. Im Februar sind die Preise in der Euro-Zone sogar um 0,2 Prozent gesunken. Die EZB peilt aber mittelfristig eine Teuerung von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an.

Neue Kreditformen sollen kommen

Um die Darlehensvergabe an Firmen und private Haushalte anzukurbeln, will die EZB zudem vier längerfristige, besonders günstige Kreditlinien für Banken auflegen - mit einer Laufzeit von vier Jahren. Mit diesen „TLTRO-Geschäften“ will die Notenbank im Juni 2016 starten. Erst im Dezember hatte die Notenbank den Kauf von Wertpapieren um ein halbes Jahr bis mindestens Ende März 2017 verlängert. Mit dem seit März 2015 laufenden Kaufprogramm wollen die Währungshüter Konjunktur und Preisauftrieb anschieben. Denn das frische Geld kommt im Idealfall über Banken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an.

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