Tötungsdelikt nicht bestätigt
Der im November in einem Hotel in Washington tot aufgefundene frühere Kreml-Berater Michail Lessin ist durch massive Gewalteinwirkung gestorben - und nicht an einer Herzattacke. Bei der Untersuchung seien ein harter Schlag auf den Kopf sowie Verletzungen an Hals, Rumpf und Beinen festgestellt worden, teilte die US-Justiz kürzlich mit.
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Die Erkenntnisse widersprechen Angaben russischer Staatsmedien, wonach der 57-jährige Lessin an einem Herzanfall gestorben sei. Hinweise auf ein Tötungsdelikt lagen bisher nicht öffentlich vor. Die US-Behörden wollten sich in der Frage auch nicht festlegen. Polizeisprecher Dustin Sternbeck warnte vor „Spekulationen“ und kündigte weitere Ermittlungen an.
Die „New York Times“ berichtete, die Verletzungen seien Lessin zugefügt worden, bevor er ins Hotel zurückgekehrt sei. Lessins Leiche war am 5. November 2015 in einem Washingtoner Hotel entdeckt worden. Er wurde 59 Jahre alt. Lessin war von 1999 bis 2004 Informationsminister und später Putins Berater. Kritikern zufolge spielte er eine wesentliche Rolle bei der Knebelung unabhängiger Medien in Russland.
Russische Regierung verärgert
Die Washingtoner Polizei erklärte, der Fall werde weiterhin untersucht. Der Kreml hatte den Tod Lessins im November bestätigt. Die staatliche Fernsehgesellschaft Russia Today, bei deren Gründung Lessin mitgeholfen hatte, nannte eine Herzattacke als Todesursache. Davon hatte angeblich auch Lessins Familie gesprochen und sich auf entsprechende langjährige Beschwerden berufen.
Die russische Regierung zeigte sich verärgert über den Umgang der US-Behörden mit dem Fall. Der Kreml erwarte vier Monate nach Lessins Tod nun rasch „detaillierte offizielle Informationen“, die bisher nicht vorliegen würden, sagte Sprecher Dimitri Peskow. Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind wegen der Konflikte in der Ukraine und in Syrien angespannt.
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