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5.000 Tonnen Alu und Plastik

Erst vor wenigen Wochen ist George Clooney in Berlin gewesen, um mit Kanzlerin Angela Merkel Kaffee zu trinken. Der Mann also, der neben seinem Schauspielerberuf vor allem als Testimonial für die Kapselkaffeefirma dient, die das Geschäft mit den Alukapseln groß machte. Im Berliner Kanzleramt bekam Clooney, der seine Frau und Aktivistin Amal begleitete, dann Kaffee aus der Thermoskanne serviert.

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Merkel dürfte also zumindest persönlich kein Problem haben mit dem Vorstoß, den die deutschen Grünen nun unternehmen. Diese wollen nämlich den Verbrauch von Kaffeekapseln aus Aluminium eindämmen. „Der Trend zu Kaffeekapseln ist ökologisch ein Irrweg, denn er bedeutet eine enorme Ressourcen- und Energieverschwendung“, so der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Peter Meiwald, gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Notfalls Pfand oder Abgabe

Wenn die Unternehmen nicht freiwillig Konzepte zur Müllvermeidung vorlegten, sei der Gesetzgeber gefragt, so Meiwald. „Helfen könnte dann beispielsweise ein Pfandsystem oder eine Umweltabgabe auf die Kapseln.“ Allerdings sind die Grünen in Opposition, eine Reaktion der deutschen Regierung gab es zunächst nicht. Das Abfallproblem ist jedenfalls nicht zu unterschätzen: Allein in Deutschland wurden im Jahr 2014 fast drei Milliarden Kaffeekapseln verbraucht. Das entspricht dem „Spiegel“ zufolge einem Müllberg von etwa 5.000 Tonnen Aluminium und Plastik.

Gewohnheit vs. Bewusstsein

Bleibt abzuwarten, ob Meiwalds Forderung in der deutschen Innenpolitik auf Nachhall stößt. Er könnte aber einen Nerv treffen. Einerseits ist der schnell und unkompliziert gemachte Kapselkaffee sehr beliebt und längst für viele Menschen, auch in Österreich, zur lifestyligen Gewohnheit geworden. Andererseits appellieren die Grünen mit ihrem Vorstoß an das gerade in Deutschland - und Österreich - doch relativ ausgeprägte Umweltbewusstsein. Ein Widerspruch, der bisher jahrelang von den meisten Kapselliebhabern stillschweigend in Kauf genommen wurde.

„Riesiger Verpackungsmüllberg“

Meiwald hatte erst vor einem Monat mit einer ähnlichen Forderung aufhorchen lassen. Damals hatte der grüne Bundestagsabgeordnete die Wegwerfbecher für den beliebten Coffee-to-Go, wie in viele Kaffeehausketten, Shops und Bäckereien anbieten, ins Visier genommen.

2,8 Milliarden solcher Becher würden jährlich allein in Deutschland anfallen - „das ist ein riesiger Verpackungsmüllberg und eine große Ressourcenverschwendung“, hatte der umweltpolitische Sprecher der Grünen damals gesagt. Er forderte die Firmen auf, ein Mehrwegsystem einzuführen, andernfalls müsse über eine Umweltabgabe nachgedacht werden.

Wein in Kapseln

Die Getränkebranche tendiert aber eher in die entgegengesetzte Richtung: Weltweit ist ein Wettlauf im Gange, wie das beim Kaffee so erfolgreiche und einträgliche Kapselprinzip auf andere Getränke ausgeweitet werden kann. Seit Jahren gibt es ähnliche Geräte für Tee, die sich aber deutlich weniger gut verkaufen als Kaffeemaschinen.

Das französische Start-up 10-Vins präsentierte zu Jahresbeginn sogar ein Kapselgerät für Wein. Der in 0,1-Liter-Dosen abgefüllte Wein wird in der Maschine „belüftet“ - sodass er laut Firma schmeckt, als habe er drei Stunden lang in einer Karaffe geatmet - und temperiert, also entweder erwärmt oder gekühlt. Ein Funkchip auf der Dose übermittelt die Informationen ans Gerät, wie der jeweilige Wein am besten serviert werden sollte. Der Weintrinker kann per Smartphone zusätzliche Infos etwa zum Anbaugebiet oder einen Kommentar einer Önologin anschauen.

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