F: Behörde weist Kritik nach Vorfall in AKW zurück
Die französische Atomaufsicht ASN hat Vorwürfe wegen eines Zwischenfalls im Atomkraftwerk Fessenheim im Jahr 2014 zurückgewiesen. Nach einem Wassereinbruch in Schaltschränke war ein Reaktor heruntergefahren worden, dazu war Bor ins Kühlwasser geleitet worden.
„Das Verfahren ist atypisch“, zitierte die Regionalzeitung „Dernieres Nouvelles d’Alsace“ die Regionalchefin der ASN Straßburg, Sophie Letournel. „Aber das ist keine Notfallprozedur. Der Betreiber ist zu jedem Zeitpunkt im Rahmen der normalen Verfahren geblieben, um die Situation zu managen, die im Übrigen kontrollierbar geblieben ist.“
Berichte über Notabschaltung
WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten zuvor berichtet, die Behörde habe den Vorfall heruntergespielt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erneuerte daraufhin ihre Forderung, das französische Atomkraftwerk nahe der deutschen Grenze vom Netz zu nehmen.
Letournel betonte, dass eine Notabschaltung immer noch möglich gewesen sei. Die französische Zeitung wies zudem darauf hin, dass die Information über den Einsatz von Bor auf der Website der ASN zu finden gewesen sei. Zwar wurde dieser in der ersten Mitteilung zu dem Vorfall im April 2014 nicht erwähnt. Sie ist aber in einem ebenfalls veröffentlichten Brief an den Direktor des Kernkraftwerks über die nach dem Störfall angesetzte Inspektion vermerkt.