Brüssel arbeitet an finalem Entwurf
Den Strom fressenden Lampen hat die EU schon vor Jahren den Kampf angesagt. Die klassischen Glühbirnen verschwanden spätestens mit September 2012 aus den Regalen. Die Produzenten stellen das Leuchtengeschäft sukzessive auf Leuchtdioden (LED) um. Nun könnten bisher verbannte Lampen mit höherem Stromverbrach, aber billiger in der Anschaffung zumindest vorübergehend wieder zugelassen werden.
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Die EU plant, die drei unterschiedlichen Regelungen für Lampen zu einer - weiter verschärften - Verordnung zusammenzufassen. Die Handhabung soll dadurch vereinfacht, der Energieeinsatz noch effizienter und die Bürokratie abgebaut werden. Schönheitsfehler dabei, der sowohl der Leuchtindustrie als auch Umweltvertretern aufstößt, ist eine im derzeitigen EU-Entwurf vorgesehene Lockerung der Vorgaben für zwei Jahre, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“, Dienstag-Ausgabe).
Lockerungen für zwei Jahre vorgesehen
Die EU-Kommission bestätigte das gegenüber der „SZ“. Nach dem vorläufigen Entwurf sei ab September 2018 „eine leichte Abschwächung der Anforderung an einige Lampentypen“ enthalten. Ab September 2020 sollen die Vorgaben einheitlich für alle Bereiche restriktiver werden. In den dazwischen liegenden zwei Jahren könnten die alten bisher aus dem Handel genommenen Lampen also wieder zum Einsatz kommen.
Das betrifft vor allem die Beleuchtung von Büros und Geschäftslokalen etwa mit dem erneuten Einsatz von Halophosphat-Leuchtstoffröhren und Quecksilberdampflampen für die Straßenbeleuchtung. Die Argumente der EU-Kommission: weniger Bürokratie für die Übergangsphase und fairerer Wettbewerb für Lampenhersteller.
„Gut gemeint, schlecht gemacht“
Die Branchenvertreter können mit dem bisherigen Entwurf genauso wenig anfangen wie Umweltverbände. Der Vorschlag sei „eine gut gemeinte Vereinfachung, aber sie scheint schlecht gemacht“, kritisierte etwa der Europäische Umweltschutzdachverband (EEB). Gemeinden und Eigentümer von Gewerbeimmobilien könnten demnach dazu verleitet werden, in der laxer geregelten Zwischenphase auf die in der Anschaffung meist teureren Leuchtmittel der neuen Generation zu verzichten, um kurzfristige Spareffekte zu erzielen.
Das würde sich aber auch negativ auf den Stromverbrauch auswirken. Langfristig verursachen die Strom fressenden Lampen auch wieder mehr Kosten. Denn die Straßenbeleuchtung ist nach Angaben des oberösterreichischen Energieverbands für bis zu 45 Prozent der gesamten Stromkosten einer durchschnittlichen Gemeinde verantwortlich.
Widerstand der Hersteller
Die Hersteller wiederum fürchten einen Vormarsch der außereuropäischen Konkurrenz durch die weniger strengen Anforderungen. Der europäische Branchenverband Lighting Europe fordert die EU auf, nicht zwischenzeitlich die Anforderungen aufzuweichen, um „unnötigen Abfall und Investitionen“ zu vermeiden. Die bis Anfang dieser Woche eingereichten Stellungnahmen werden nun in der EU-Kommission geprüft. Ein finaler Entwurf soll in den nächsten sechs bis zwölf Monaten vorliegen. Der braucht dann allerdings auch noch die Zustimmung der Mitgliedsstaaten, von Rat und EU-Parlament.
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