Israelin erlag Verletzungen nach Messerattacke
Nach einer Messerattacke zweier Palästinenser ist eine Israelin ihren Verletzungen erlegen. Die 24-Jährige starb heute Früh, wie das Krankenhaus in Jerusalem mitteilte. Bei dem Angriff gestern im Westjordanland hatten die Angreifer eine weitere Israelin verletzt. Israelische Sicherheitskräfte hatten die beiden Palästinenser erschossen.
Die Männer seien in die Siedlung Beit Horon nördlich von Jerusalem eingedrungen und hätten die Frauen mit Messern angegriffen, hatten israelische Medien berichtet. Am Anschlagsort seien auch Rohrbomben gefunden worden. Binnen knapp vier Monaten sind bei einer Anschlagswelle 26 Israelis ums Leben gekommen. Im selben Zeitraum wurden 160 Palästinenser getötet.
150 neue Siedlerwohnungen genehmigt
Israel genehmigte laut Aktivisten den Bau von rund 150 neuen Siedlerwohnungen im besetzten Westjordanland. Eine Sprecherin der Aktivistengruppe Frieden Jetzt sagte, die Wohnungen sollten in mehreren kleinen Siedlungen in der Gegend von Ariel sowie in Carmel bei Hebron und dem Siedlungsblock Gusch Ezion errichtet werden.
Laut der Organisation beendet Israel damit einen informellen 18-monatigen Baustopp in den besetzten Gebieten. Frieden Jetzt hatte Ende Dezember erklärt, Israel plane neue Wohnungen in dem besonders umstrittenen Gebiet E1 östlich von Jerusalem. Insgesamt wolle die Regierung im Westjordanland 55.548 Wohnungen bauen, darunter 8.300 im Gebiet E1.
Zusammen mit dem angrenzenden Siedlungsblock Maaleh Adumim droht E1, das Westjordanland in zwei Teile zu schneiden und damit einen unabhängigen palästinensischen Staat praktisch unmöglich zu machen.
Die UNO betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten als Verstoß gegen das Völkerrecht. Die USA und die EU kritisieren regelmäßig den Ausbau der Siedlungen, wobei sie sich besonders besorgt über die Bauten im Gebiet E1 zeigen. Der ungebrochene Ausbau der Siedlungen durch die israelische Regierung war auch ein wesentlicher Grund für den Stillstand der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern im April 2014.