„Produktive Gespräche“
Das abgelaufene Jahr hat der Autobranche größtenteils neue Absatzrekorde beschert - angesichts gestiegener Rückrufe, Strafzahlungen und behördlicher Untersuchungen aber auch eine umfassende Sicherheitsdebatte. Zur Folge hat diese offenbar einen seltenen Schulterschluss der großen Konzerne: Im Raum steht laut einem Agenturbericht ein „wegweisendes freiwilliges Sicherheitsabkommen“.
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Nach Wochen intensiver Verhandlungen mit den zuständigen US-Behörden habe eine Gruppe von 16 Autokonzernen eine Einigung erzielt, die Ende dieser Woche in Detroit präsentiert werde, berichtete Reuters am Dienstag mit Verweis auf mit der Sache vertrauten Personen. An den Gesprächen waren den Angaben zufolge unter anderem General Motors (GM), Toyota, Ford, Daimler, Fiat Chrysler, BMW, Honda, Nissan und Hyundai beteiligt.
Ziel des Abkommens sei eine „dramatische“ Erhöhung der Sicherheit. Der auf freiwilliger Basis beruhende Vertrag gilt nicht nur als Grundlage für weitere Debatten über etwaige Sicherheitsreformen, sondern soll auch eine neue Ära der Zusammenarbeit unter den konkurrierenden Unternehmen einläuten.
Neuer Rekord an Rückrufen
Fest steht: Obwohl die laufende VW-Abgasaffäre derzeit vieles in den Schatten stellt, wirft allein die neue Rekordzahl an Rückrufen bei nahezu jedem großen Autokonzern einen Schatten auf die an sich erfreulichen Umsatzzahlen. Mit dem Abkommen wollen die Autokonzerne aber auch die Weichen für die sich abzeichnenden künftigen Herausforderungen - Stichwort Cybersicherheit - stellen: Obwohl noch weitgehend Zukunftsmusik, gilt es auch beim Thema automatisiertes Fahren zunehmend Antworten auf die damit verbundenen offenen Fragen zu finden.
Der Vorstoß ist Beobachtern zufolge alles andere als uneigennützig: Verhindert werden sollen nicht zuletzt auch drohende schärfere Regeln der Gesetzgeber. Entsprechenden Forderungen des US-Kongresses und der US-Fahrsicherheitsbehörde (NHTSA) dürfte somit bis auf Weiteres der Wind aus den Segeln genommen sein.
Frühwarnsysteme und Taskforces
Was US-Verkehrsminiter Anthony Foxx gemeinsam mit den Chefs der Autokonzerne am Freitag verkünden wird, ist derzeit noch weitgehend offen. Das Sicherheitspaket umfasse Medienberichten zufolge neben gemeinsamen Vorgaben in Sachen Datensicherheit auch neue Warnsysteme, die frühzeitig auf Defekte hinweisen sollen. Mit geplanten gemeinsamen Taskforces wird künftig offenbar auch auf verstärkte Kooperation mit den für Autosicherheit zuständigen Behörden gesetzt.
Mark Rosekind von der NHTSA sprach von einer Entwicklung in die richtige Richtung. Die NHTSA könne zwar Regeln verschärfen und Strafen einfordern - für mehr Sicherheit der Autos benötige es aber „neue Kooperationen und neue Partnerschaften“. Kritikern zufolge gehen die angekündigten neuen Regeln aber zu wenig weit. Sean Kane vom US-Fahrzeugsicherheitszentrum Safety Research & Strategies vermisst zudem einen „Input von außen“, etwa von Sicherheitsexperten und von Konsumenten. Foxx sprach laut Reuters dennoch von „produktiven Gesprächen“ - er hoffe auf eine baldige Umsetzung der nun getroffenen Vorgaben.
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