„Zu viel gearbeitet“: Student muss Dänemark verlassen
Weil er zur Finanzierung seines Studiums zu viel arbeitete, hat Dänemark einen Studenten aus dem zentralafrikanischen Kamerun ausgewiesen. Der 30-jährige Marius Youbi habe das Land am Donnerstag auf Anordnung der Behörden verlassen, teilte seine Universität in Aarhus gestern mit. Grund dafür sei, dass er in seinem Nebenjob als Putzkraft mehrfach die zulässige Wochenarbeitszeit von 15 Stunden überschritten habe.
„Wir billigen die Entscheidung der Einwanderungsbehörde nicht“, sagte der Universitätssprecher Anders Correll der Nachrichtenagentur AFP. Ein Brief von Rektor Brian Bech Nielsen vom 23. Dezember, in dem dieser um eine Rücknahme des Ausreisebescheids gebeten hatte, sei nicht beantwortet worden. In dem Schreiben, das AFP vorlag, nannte Nielsen den angehenden Ingenieur Youbi „einen unserer talentiertesten Studenten“.
„‚Strafe‘ passt nicht zu ‚Verbrechen‘“
Die dänischen Einwanderungsgesetze gehören zu den strengsten in der Europäischen Union und wurden zuletzt mehrfach verschärft. „Die Gesetze sollten natürlich beachtet werden, aber die ‚Strafe‘ passt in diesem Fall nicht zum ‚Verbrechen‘“, schrieb Rektor Nielsen. Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde sagte AFP lediglich, die Entscheidung sei „im Einklang mit den geltenden Regeln“ gefallen.
Youbi hätte in Dänemark nach Angaben der Universität noch seine Abschlussarbeit schreiben und ein Praktikum absolvieren müssen. Im dänischen Radio zeigte er sich kurz vor seiner Ausreise „traurig und enttäuscht“. „Viereinhalb Jahre lösen sich in Luft auf“, beklagte der Kameruner. Allerdings hoffe er auf die Möglichkeit zur Rückkehr. „Ich fliege nun nach Hause, warte ab und hoffe auf das Beste“, sagte Youbi.