Neu-Delhi begrenzt Verkehr im Kampf gegen Smog
Die indische Hauptstadt Neu-Delhi hat am Freitag testweise drastische Maßnahmen zur Begrenzung des Verkehrs eingeführt, um die gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen.
Für die kommenden zwei Wochen dürfen an ungeraden Tagen nur noch Autos mit ungeradem Kennzeichen fahren, während die geraden Tage den Fahrzeugen mit geraden Kennzeichen vorbehalten sind. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Neu-Delhi die Stadt mit der stärksten Luftverschmutzung der Welt.
Ministerpräsident teilt sich Auto mit Kollegen
Bei Verstößen gegen das partielle Fahrverbot drohen hohe Bußgelder. Hunderte Verkehrspolizisten und Freiwillige waren im Einsatz, um die Maßnahmen durchzusetzen. Schulkinder mit Staubmasken gegen den Smog drängten am Straßenrand die Autofahrer mit Bannern zur Einhaltung der Maßnahmen.
Tatsächlich floss der Verkehr in der sonst chronisch verstopften Metropole heute relativ ungehindert. „Delhi hat es geschafft!“, twitterte Delhis Ministerpräsident Arvind Kejriwal, der angab, sich mit Kollegen ein Auto für den Weg zur Arbeit geteilt zu haben.
3.000 Busse bringen Bürger zur Arbeit
Um die Bürger trotz der Einschränkungen zur Arbeit zu bringen, mietete die Stadt 3.000 Busse an. Die Schulen wurden bis zum 15. Jänner geschlossen, um die Schulbusse einsetzen zu können. Grund für die drastischen Maßnahmen ist der Smog: In der Metropole mit 8,5 Millionen Fahrzeugen überstieg die Feinstaubbelastung in den vergangenen Wochen die WHO-Grenzwerte um mehr als das Zehnfache. Zusätzlich zum Fahrverbot sollen auch mehrere kohlebetriebene Kraftwerke geschlossen und die Straßen von Staub gereinigt werden.