Hochrangiger Rebellenführer in Syrien getötet
Einer der wichtigsten Anführer radikalislamischer Rebellen in Syrien ist laut Aktivisten getötet worden. Sahran Allusch, Chef der Miliz Dschaisch al-Islam („Armee des Islam“), sei bei einem russischen Luftangriff in der Nähe von Damaskus ums Leben gekommen, meldeten die Nachrichtenseite Orient News und andere Oppositionsmedien heute.
Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte seinen Tod. Laut den Berichten bombardierten Flugzeuge östlich von Damaskus ein Führungstreffen der bewaffneten Gruppe. Dabei habe es mehrere Tote gegeben, erklärten die Menschenrechtsbeobachter.
Die Miliz Dschaisch al-Islam gehört zu den mächtigsten Rebellengruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie ist vor allem in den Gebieten östlich von Damaskus stark. Die Gruppe nahm im Dezember auch an der Einigungskonferenz der syrischen Opposition in Riad teil, die Verhandlungen mit dem Regime vorbereitete. Sie soll enge Verbindungen zu Saudi-Arbaien haben.
Extremisten verlassen Süden von Damaskus
Unterdessen sollen nach einem Abkommen mit Syriens Regime Hunderte IS-Anhänger und andere Extremisten den Süden von Damaskus verlassen. Die von den Vereinten Nationen vermittelte Einigung sieht vor, dass die Kämpfer und ihre Familien Viertel am Rand der Hauptstadt verlassen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete.
Es sei das erste Mal, dass sich das syrische Regime und der IS auf ein Abkommen geeinigt hätten, hieß es weiter. Die dem Regime nahestehende libanesische Nachrichtenseite Al-Mayadeen meldete, insgesamt würden mehr als 3.500 Bewaffnete und Zivilisten abziehen. Darunter seien auch Kämpfer der Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerkes Al-Kaida.
Die Extremisten werden laut der Beobachtungsstelle mit Bussen in Gebiete unter ihrer Kontrolle gebracht, unter anderem in die IS-Hochburg Al-Rakka. Sie hätten zugestimmt, vorher Waffen und Militärfahrzeuge zu zerstören. Die Extremisten hatten von den Stadtvierteln Al-Hadschar al-Aswad und Al-Kadam aus das benachbarte palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk angegriffen.