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Von 13,50 auf 750 Dollar

Das FBI hat den umstrittenen US-Pharmamanager Martin Shkreli unter Betrugsverdacht festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, ein betrügerisches Schneeballsystem eingerichtet und elf Millionen Dollar (rund zehn Mio. Euro) gestohlen zu haben, erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Bekannt ist der 32-Jährige in den USA jedoch wegen seiner skrupellosen Geschäftspraktiken.

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Shkreli war im September in den USA zu Bekanntheit gelangt, als seine Firma Turing Pharmaceuticals nach Erwerb des Medikaments Daraprim dessen Preis von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Stück angehoben hatte. Daraprim wird gegen Malaria und Leiden von HIV-Patienten eingesetzt.

Martin Skhreli  bei seiner Verhaftung

AP/Craig Ruttle

Die Verhaftung steht nicht in Zusammenhang mit der Preiserhöhung

Der Schritt und Shkrelis arrogante Reaktion auf die nachfolgende Kontroverse hatten zu scharfer Kritik von US-Politikern geführt. Seine Firma ist darauf spezialisiert, die Patente günstiger Medikamente zu kaufen und dann den Preis drastisch zu erhöhen.

„Netz aus Lügen und Betrug“

Die jetzige Verhaftung stehe nicht in Zusammenhang mit diesen Vorgängen, erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft. Laut Staatsanwalt Robert Capers überzeugte Shkreli 2009 acht Investoren, drei Millionen Dollar in seinen Hedgefonds zu investieren. Als er das Geld verlor, habe er einen neuen Hedgefonds gegründet, um die Verluste zu verdecken. „Gemäß den Vorwürfen entwickelte Martin Shkreli verschiedene Pläne, um Investoren durch ein Netz aus Lügen und Betrug zu verführen“, sagte Capers. „Sein Komplott wurde nur übertroffen von seinen Bemühungen, den Betrug zu vertuschen.“

Martin Skhreli bei seiner Verhaftung

AP/Seth Wenig

Shkleri wurde auf Kaution freigelassen

Er habe mit seinen Firmen ein Schneeballsystem errichtet, „bei dem er das Vermögen einer neuen Firma benutzte, um die Schulden der alten Firma zu bezahlen“, sagte Capers. Shkreli wird vorgeworfen, über Jahre immer wieder Geld aus den Fonds abgezogen zu haben, um seine persönlichen Ausgaben zu decken und Forderungen eines Börsenmaklers und unzufriedener Investoren zu befriedigen. Auch soll er Investoren über die Größe und die Gewinne des Fonds belogen haben.

Medien halten sich mit Schadenfreude nicht zurück

In US-Medien und darüber hinaus wurde die Verhaftung des Mannes, den die „New York Times“ im Titel als „Bad Boy“ bezeichnete, mit Genugtuung kommentiert. In namhaften Medien ist die Rede von dem „Pharmaschurken“ und „Amerikas meistgehasstem Mann“. Auch in Sozialen Netzwerken wurde die Nachricht mit Schadenfreude aufgenommen. „Der gierige Bastard, der die Preise für Medikamente erhöht hat, wurde festgenommen. Frohe Weihnachten“, twitterte etwa ein User.

Demonstration gegen Martin Skhreli

AP/Craig Ruttle

„Das Gesicht der Gier“ - vor dem Büro von Shkrelis Firma wird über die Festnahme gejubelt

Ein anderer nannte Shkrelis „d-bag“ - die Kurzform für „douche bag“ („Depp“). Und das ist noch eine der harmlosen Bezeichnungen - obwohl, wie in einem Kommentar des „Guardian“ eigenwendet wird, er, „den wir alle hassen“, wohl „wie jeder andere CEO“ gewinnen werde.

Fünf Mio. Dollar Kaution

Shkreli wurde bereits dem Gericht in Brooklyn vorgeführt, wo er sich für unschuldig bekannte. Er wurde vorerst auf Kaution in der Höhe von fünf Mio. Dollar (rund 4,6 Mio. Euro) auf freien Fuß gesetzt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. Nach seiner Freilassung twitterte er: „Bin froh, wieder zu Hause zu sein. Danke für die Unterstützung.“

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