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Unromantischer Wintertrend

Weiße Weihnachten sind in Österreich heuer sehr unwahrscheinlich. Laut einem ersten groben Wettertrend der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bleibt es auch bis zu den Feiertagen ein paar Grad zu mild für die Jahreszeit. Am 24. Dezember dürfte es je nach Lage zwischen null und sechs Grad haben. Es ist auch kaum Niederschlag in Sicht.

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Dass zu Weihnachten kein Schnee liegt, ist bereits seit etwa drei Jahrzehnten zu beobachten. Wertet man die Wetterdaten seit 1951 aus, zeigt sich eine deutliche Änderung in der Häufigkeit von weißen Weihnachten. „Weiße Weihnachten sind in tiefen Lagen seltener geworden“, sagt Alexander Orlik von der ZAMG.

Im Zeitraum von 1951 bis 1982 habe es in den Landeshauptstädten noch doppelt so oft wie im Zeitraum von 1983 bis heute einen 24. Dezember mit einer geschlossenen Schneedecke gegeben. „In tiefen Lagen hat sich die Chance auf weiße Weihnachten somit in den letzten Jahrzehnten halbiert“, so Orlik.

Schneereiche 1960er

Als Grund vermutet der Klimatologe nicht nur die Klimaveränderung, sondern auch eine Besonderheit der 1960er Jahre: „Die 1960er Jahre brachten viele relativ kalte Winter. Das wirkt sich auf diese Statistik natürlich stark aus. Von 1961 bis 1965 zum Beispiel war Österreich zu Weihnachten fast jedes Jahr flächendeckend weiß. In Klagenfurt lag sogar von 1961 bis 1971 jedes Jahr am 24. Dezember Schnee. Aber abgesehen von dieser sehr kalten Periode, spielt natürlich auch die gesamte Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte in Österreich eine Rolle“, erklärt Orlik.

Idealisierte Erinnerung

Hinzu kommt eine psychologische Komponente. Das Gehirn des Menschen neigt dazu, weiter zurückliegende Erinnerungen zu idealisieren. Der Effekt ist als „Rosy Retrospection“ bekannt. Besondere Ereignisse bleiben eher im Gedächtnis, schneereiche Jahre prägen sich eher ein als schneearme.

Zudem ist zumindest für die meisten Europäer Weihnachten untrennbar mit dem Winter verknüpft. Das verschneite Alpen-Dorf, der angezuckerte Nadelbaum und Schneeflockenmotive allerorts sorgen dafür, dass das menschliche Gehirn Fakten und Fiktion vermischt.

Weihnachtsmotive im Wandel

Das Ideal einer geschlossenen Schneedecke zu Weihnachten wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt, wie die Schweizer Klimaforscherin Martine Rebetez herausfand. Die ersten, um das Jahr 1840 in London gedruckten Weihnachtskarten zeigten noch typisch herbstliche Motive, etwa Familien, die in gemütlicher Atmosphäre bei Tisch zusammensitzen.

Die erste „moderne Weihnachtskarte“ datiere aus dem Jahr 1863, sagte Rebetez vor zwei Jahren dem „Spiegel“ (Onlineausgabe). Die Karte zeige den Weihnachtsmann auf einem verschneiten Dach sitzend. Hinter ihm eine weiße Dorfidylle, über der der Vollmond steht. „Importiert“ wurde die Idee der weißen Weihnacht wohl von britischen Touristen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hätten einige Briten begonnen, die Feiertage in der Schweiz zu verbringen, schrieb unlängst die „Welt“.

Pollenwarnung in Deutschland

Nicht nur im heimischen Flachland ist es derzeit mild. Auch in Deutschland wird es keinen Schnee zu Weihnachten geben. Im Gegenteil: Statt Schneeflocken gibt es in einigen Teilen Deutschlands im Moment Pollenflug. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) habe aus diesem Grund seinen Pollenwarndienst aktiviert, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. „Mitte Dezember - so früh waren wir noch nie dran“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich.

Zwar seien nur ganz vereinzelt und lokal im Südwesten Haselpollen unterwegs, aber „Allergiker reagieren schnell“, so Christian Haller vom DWD-Zentrum für Medizinisch-Meteorologische Forschung in Freiburg. Ein großer Teil des Blütenstaubs komme mit dem Südwest- oder Südwind aus Frankreich oder der Schweiz.

Skiurlaub nicht in Gefahr

Fans alpiner Sportarten in Österreich brauchen sich indes keine Sorgen zu machen. Einem Skiurlaub rund um die Weihnachtsfeiertage steht wettermäßig nichts im Weg. Für die künstliche Beschneiung in den Skigebieten sind die Temperaturen bis zu den Weihnachtsferien auf jeden Fall zeitweise niedrig genug, vor allem in klaren Nächten sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt.

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