IS-Pläne über geplantes Kalifat veröffentlicht

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Die britische Zeitung „The Guardian“ hat Pläne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) über den Aufbau ihres geplanten Kalifats veröffentlicht. Demnach wollen die Milizen in den von ihnen beherrschten Gebieten in Syrien und im Irak Ministerien errichten sowie ein Gesundheits- und Erziehungssystem aufbauen.

Das wirtschaftliche Ziel sei die Unabhängigkeit vom Westen. Militärisch sei ausdrücklich der Einsatz von Kindern vorgesehen. Sie sollten an leichten Waffen ausgebildet werden.

Die Zeitung ist nach eigenen Angaben in den Besitz des 24-seitigen Papiers gekommen. Das Dokument sei von einem Geschäftsmann, der für den IS arbeite, an einen Wissenschaftler als Mittelsmann weitergereicht worden. Entstanden sei das Papier etwa einen Monat nachdem IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi im Juni 2014 das Kalifat ausgerufen habe, hieß es weiter.

80 Millionen Einnahmen im Monat?

Die IS-Miliz verfügt Experten zufolge über monatliche Einnahmen in Höhe von rund 80 Millionen Dollar (knapp 74 Mio. Euro), gerät allerdings finanziell zunehmend unter Druck. Wie aus einer Analyse des in London ansässigen Instituts IHS hervorgeht, generiert die Gruppe die Hälfte ihrer Gelder aus der Eintreibung von Steuern von Bewohnern ihres selbst ernannten Kalifats sowie aus der Konfiszierung von Eigentum.

Etwa 43 Prozent der Einnahmen stammt demnach aus dem Ölhandel. Der Rest der Einnahmen der Dschihadisten verteilt sich dem IHS zufolge auf den Drogenhandel, den Strommarkt sowie auf Spenden. Die Terrorgruppe sei finanziell gut aufgestellt, müsse aber auch einen großen Bereich kontrollieren und verwalten.

IS zunehmend in Finanznot

Das Institut sieht nun erste Anzeichen dafür, dass die Miliz Probleme bekommt, ihre Einnahmen stabil zu halten. So gebe es „Berichte über Gehaltskürzungen für die Kämpfer, Preisanstiege bei Strom und anderen Grundgütern sowie über die Einführung neuer Agrarsteuern“, berichteten die Experten. Die Angriffe auf die Ölinfrastrukturen zeigten zudem Wirkung.

Der IS werde gezwungen sein, andere Finanzquellen zu erschließen, resümiert IHS. Denkbar seien Preiserhöhungen in alle Richtungen, etwa in der Telekommunikation und beim Internet. Schon jetzt hätten die Menschen aber Probleme, ihre Abgaben zu zahlen.