Inflation und Mangelwirtschaft
Venezuela wird seit Monaten von einer Wirtschaftskrise geplagt. Das Alltagsleben ist geprägt von langen Schlangen vor Banken und Supermärkten. Grundnahrungsmittel sind knapp, die hohe Inflation macht das Leben täglich teurer. Schuld daran ist nicht nur der niedrige Ölpreis in einem Land mit den größten Ölreserven.
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Jahrelang konnten durch die Öleinnahmen üppige Sozialprogramme finanziert werden. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Die Öleinnahmen werden 2015 etwa um die Hälfte einbrechen, sie finanzieren aber etwa 60 Prozent des Staatshaushalts", warnt die konservative Konrad-Adenauer-Stiftung schon seit Längerem. Das Land habe wenig Devisenreserven und könne dadurch Importe von Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln kaum noch bezahlen.
„Die chavistische Regierung hat es durch Inkompetenz, Verschwendungssucht und Korruption sowie wegen eines zum Scheitern verurteilten sozialistischen Modells vollbracht, ein Land mit großem Potenzial in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben“, urteilte die Stiftung in einer Analyse. Das sozialistische Projekt war unter dem vor zwei Jahren verstorbenen Staatschef Hugo Chavez begonnen worden. Nachfolger Nicolas Maduro konnte nie wirklich aus seinem Schatten hervortreten. Auch die International Crisis Group analysierte, dass die Krise aus „falschen politischen Entscheidungen, Inkompetenz und Korruption“ resultiere.
Extreme Preissteigerungen
Der Alltag wird durch die extremen Preissteigerungen erschwert. Für 2015 wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um fast 80 Prozent erwartet, zeitweise erreichte die Inflation bis zu 200 Prozent. Auch für das kommende Jahr werden 60 Prozent Inflation erwartet. Auf dem Schwarzmarkt gibt es für einen Dollar 800 Bolivar. Meist können nur 3.000 Bolivar abgehoben werden. Da der 100-Bolivar-Schein die größte Note ist, sind das für 3,75 Dollar 30 Scheine.
Protestkundgebungen und Plünderungen nahmen in den vergangenen Monaten ebenfalls zu. Mangels harter Währung gingen auch die Importe zurück. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die Wirtschaft in Venezuela in diesem Jahr um zehn Prozent schrumpft, nächstes Jahr um weitere sechs Prozent. Experten fürchten bereits, dass sich das Ölland Venezuela zu einem „failed state“ entwickeln könnte.
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