Foo Fighters: Grohl lässt in Wien einen Thron fahren
Rocken kann man auch im Sitzen – und manchmal muss man, wenn man sich wie Dave Grohl von den Foo Fighters im Flug von der Bühne bei der laufenden Tour den Haxen gebrochen hat.
In Wien trotzte er gestern Abend vor 15.800 Fans in der restlos ausverkauften Stadthalle mit einem personell aufgemotzten Foo-Fighters-Ensemble dem Beinbruch (bei einem Festivalauftritt im Sommer in Schweden) und ließ sich wie der Papst in Fellinis „Roma“ auf dem Rockthron bis tief in den Zuschauerraum schieben.
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Alles wirkte am Ende so, als hätte jemand bei einem Lagerfeuer eine Steckdose entdeckt. Grohl dankte es dem Publikum und lobte nach zwei Stunden den Chorgesang der Fans zum Rausschmeißer „Best of You“. Davor bekam man gut zwei Stunden eine Werkschau, die mit „Everlong“ gezündet wurde – und die letztlich einer bekannten Rockstadion-Struktur folgte: Jeder Song erhielt eine Reprise im Nachspann, und so waren die größten Nummern auch die längsten. „Pretender“ etwa war unter gefühlten zehn Minuten nicht zu bekommen.

Privat
König Dave auf dem Thron beim Wiener Laternenfest
Hawkins in der Windmaschine
Neben Grohl war einmal mehr Drummer und Mitvocalist Taylor Hawkins zentraler Akteur, der dank Vidiwalls im Hintergrund immer auch seine Matte publikumswirksam in die Windmaschine hielt. Vor dem Finale garnierte er fast mit Chorknabenstimme das Pink-Floyd-Cover „In the Flesh?“
Dass sechs gut aufgelegte Musiker auf der Bühne werkten, merkte man leider durch die Überambition bei der Lautstärke nicht an allen Punkten der Halle: Am Ende siegte das akustische Breitwandformat. Der Keyboader, dessen Beitrag zur Klangfläche eher unterging, lutschte nicht umsonst die längste Zeit des Abends an einem Lolly. (heid, ORF.at)