Syrien-Konferenz am Samstag zum vierten Mal in Wien
Zum vierten Mal sollen sich am Samstag die Außenminister Russlands, der USA und von Regionalmächten in Wien zu Gesprächen über eine Friedenslösung für Syrien treffen.
Das Ziel dabei ist es, die „Spirale von wachsender Gewalt und zunehmendem Chaos“ zu durchbrechen, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier heute in Berlin.
Zugleich schränkte Steinmeier ein: „Es gibt überhaupt gar keinen Grund für Optimismus und erst recht nicht für Euphorie.“ In dem Konflikt wurden bereits mehr als 250.000 Menschen getötet.
Gespräche bisher ohne syrische Beteiligung
Am 23. Oktober traf sich erstmals in Wien US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und den Chefdiplomaten der Türkei und Saudi-Arabiens.
Eine Woche später saßen zum ersten Mal die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland sowie Regionalmächte wie die Türkei, Saudi-Arabien und auch der Iran an einem Tisch. Ein Treffen fand auch vergangene Woche statt.
Über den Inhalt der Gespräche drang bisher wenig nach außen. Vertreter des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad und der syrischen Opposition waren bisher nicht dabei. Das soll sich auch bei der kommenden Runde nicht ändern, sagte US-Außenministeriumssprecher John Kirby.
Mindestens zwölf Tote bei Rebellenangriff
Bei einem Granatenangriff auf Syriens Regimehochburg Latakia kamen unterdessen laut Regierungsangaben mindestens zwölf Menschen ums Leben. 57 Menschen seien verletzt worden, als zwei Geschoße in der Nähe der Tischrin-Universität eingeschlagen seien, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA.
Bilder des staatlichen Fernsehens zeigten zerstörte und brennende Autos. SANA machte „Terroristen“ für den Beschuss verantwortlich. So nennen die syrischen Staatsmedien alle Rebellen, die im Bürgerkrieg kämpfen.
Die am Mittelmeer gelegene Stadt Latakia ist bisher vom Bürgerkrieg weitestgehend verschont geblieben. Sie gilt neben Damaskus als wichtigste Bastion des Regimes. Russlands Luftwaffe soll Latakia als Basis für Angriffe in Syrien nutzen. Nordöstlich der Stadt versuchen Rebellen bisher erfolglos, in das Küstengebiet vorzustoßen.