Verkaufsschlager bei Walmart
Hampton Creek, der umstrittene US-Produzent einer eierlosen Mayonnaise, kann sich über einen neuen Erfolg freuen: Seine „Just Mayo“, die sich nicht Mayonnaise nennen darf, findet nicht nur bei Hipstern reißenden Absatz.
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Der weltweit größte Einzelhändler Walmart verkauft in den USA bereits mehr von dem aus pürierten Erbsenbohnen gemachten Mayonnaiseersatz als die größte Biokette Whole Foods, berichtete jüngst das Nachrichtenportal Quartz.
Für Hampton-Creek-Chef Josh Tetrick sei das ein Frage der Zahlen: Während Whole Foods gerade einmal 400 Filialen betreibe, habe Walmart mehr als 4.000. Genaue Verkaufszahlen gibt es von keiner der beiden Supermarktketten. Es weist aber laut Quartz auf einen bemerkenswerten Wandel der Amerikaner hin, das im Alltag viel häufiger als etwa in Österreich im Einsatz befindliche Produkt werde nun in größeren Mengen als vegane Variante gekauft. Ein Argument dürfte auch der niedrige Preis sein.

Corbis/Demotix/Richard Levine
Immer öfter lassen US-Konsumenten die traditionelle Mayonnaise links liegen
Rückschlag im Sommer
Hampton Creek scheint damit den Rückschlag, den das Unternehmen im Sommer hinnehmen musste, bereits verdaut zu haben: Im August hatte die US-Lebensmittelbehörde (FDA) nämlich entschieden, dass sich das Produkt der kalifornischen Firma nicht Mayonnaise nennen darf.
„Just Mayo“ und „Just Mayo Sriracha“ entsprechen laut FDA nicht der standardmäßigen Definition von Mayonnaise. Damit könnte der vom US-Start-up-Unternehmen Hampton Creek im Vorjahr gefeierte Sieg in einem als „Mayonnaisekrieg“ bekanntgewordenen Rechtsstreit gegen den Lebensmittelkonzern Unilever verfrüht gewesen sein.
Rechtsstreit vermieden
Unilever hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Konsumenten mit dem Produktnamen „Just Mayo“ in die Irre zu führen, da es keine Eier enthält, sondern auf veganer Basis (gelbe Erbsen) hergestellt wird. Die Klage wurde Ende des Vorjahres von Unilever für viele überraschend wieder zurückgezogen.
Beobachtern zufolge wurde damit ein langer und kostspieliger Rechtsstreit verhindert, da nicht nur der global tätige Konzern Unilever, sondern auch das unter anderem von Microsoft-Gründer Bill Gates, den Silicon-Valley-Unternehmern Vinod Khosla und Peter Thiel und dem milliardenschweren Hongkonger Investor Li Ka-shing geförderte Hampton Creek über eine reichlich gefüllte Kriegskasse verfügt.
Während Hampton Creek den Rückzug von Unilever als großen Erfolg feierte, machte Unilever bereits damals deutlich, dass es damit seine Vorwürfe nicht zurückziehe, sondern die Angelegenheit lediglich nicht mehr selber gerichtlich verfolgen werde. „Unilever hat entschieden, seine Klage zurückzuziehen, damit Hampton Creek seine Marke direkt mit Industrievertretern und den zuständigen Zulassungsbehörden verhandeln kann“, wie Unilever damals per Aussendung mitteilte.
„Erhebliche Verletzungen“
Nun folgte die Reaktion der FDA und damit der von Unilever angesprochenen zuständigen Zulassungsbehörde: In Summe warf diese Hampton Creek „erhebliche Verletzungen“ im Zusammenhang mit der Bezeichnung seiner Produkte vor. Im Fokus stand dabei das Produkt „Just Mayo“, das aus Sicht der FDA keine Mayonnaise ist, da keine Eier verwendet werden.
In dem an Firmenchef Josh Tetrick gerichteten Schreiben wurde Hampton Creek aber auch untersagt, „Just Mayo“ weiterhin als cholesterinfrei zu verkaufen. Der laut dem Wirtschaftsportal Bloomberg genannte Grund: „Just Mayo“ sei für gesundheitsbezogene Angaben schlichtweg viel zu fett. Im FDA-Visier standen aber auch andere Hampton-Creek-Produkte - so werde etwa Zitronensaftkonzentrat als Zitronensaft angegeben.
Hampton-Creek-Chef weiter zuversichtlich
Tetrick wies die Vorwürfe im Sommer teils zurück und betonte, dass man bei Hampton Creek sehr wohl bemüht sei, sich an die gültigen Regeln der Lebensmittelindustrie zu halten. Tetrick verwies zudem auf ein „sehr gutes Gespräch“ mit der FDA. So wie die FDA sei auch Hampton Creek an nachhaltigem Essen interessiert, und aus diesem Grund sei man auch zuversichtlich, dass man doch noch „einige Gemeinsamkeiten“ finden werde.
Hampton Creek, das nicht weniger als den missionarischen Anspruch erhebt, „unsere Augen für die Probleme der Welt zu öffnen“, ist eine von mittlerweile mehreren Silicon-Valley-Firmen, die die Lebensmittelproduktion auf neue Beine stellen wollen. So versucht etwa Impossible Foods Burger ohne Fleisch und Käse ohne Milch zu entwickeln.
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