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Bebenzentrum nahe Jarm

Der Nordosten Afghanistans und Teile Pakistans sind am Montag von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Mehr als 160 Menschen kamen dabei ums Leben, das ganze Ausmaß der Katastrophe ist aber noch nicht bekannt. Das Zentrum des Bebens lag in einer abgelegenen Bergregion, die Erschütterung war jedoch noch in Hunderten Kilometern Entfernung zu spüren.

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Die pakistanischen Behörden nannten am Montag die Zahl von 118 Todesopfern, während in Afghanistan bereits 31 Tote bestätigt wurden. In beiden Ländern gibt es viele Verletzte. Die meisten Opfer gebe es in der nordwestlichen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, sagte eine Sprecherin der Katastrophenschutzbehörde in Islamabad am Montag. Die Provinzbehörden rechneten damit, dass die Opferzahl noch steigt. Zwölf Schülerinnen wurden bei einer Massenpanik in der nordafghanischen Stadt Talukan getötet, wie die Behörden mitteilten. In Afghanistan stürzten mindestens 1.500 Gebäude ein.

Eine Grafik zeigt das Epizentrum des Bebens in Afghanistan und Pakistan

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Das Epizentrum des Bebens lag im Nordosten Afghanistans

Das Bebenzentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nahe der afghanischen Stadt Jarm in der nordöstlichen Hindukusch-Region in einer Tiefe von 213,5 Kilometern. Die Warte hatte die Stärke zunächst auf 7,7 geschätzt, sie dann aber auf 7,5 berechnet. Mindestens eine Minute lang bebte die Erde. Am schwersten sind der Nordosten Afghanistans und der Norden Pakistans betroffen. Zudem wurde ein Nachbeben der Stärke 4,8 registriert. Zu der Massenpanik kam es in der Stadt Talukan in der Provinz Tachar. „Die Schüler rannten aus dem Gebäude und lösten die Panik aus“, sagte Enajat Nawid, Leiter der regionalen Bildungsbehörde, zu AFP.

Streitkräfte und Polizei mobilisiert

Die Stromnetze und Kommunikationsverbindungen brachen in mehreren Teilen Afghanistans, Pakistans und Nordindiens zusammen. Überall rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. Der Gouverneur der nordöstlichen afghanischen Provinz Badachschan im Nordosten des Landes sagte, er befürchte, dass Wohngebiete in mehreren Regionen der Provinz stark betroffen seien. Die pakistanische Regierung forderte Streitkräfte, Polizisten, lokale Beamte und zivile Helfer dazu auf, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Die pakistanische Erdbebenwarte warnte vor Nachbeben.

Bebenschäden in Pakistan

APA/AFP/Basit Shah

In Pakistan stürzten zahlreiche Gebäude ein

Ein Augenzeuge im pakistanischen Abbottabad berichtete der Zeitung „Dawn“, in seiner Region seien mehrere Erdrutsche ausgelöst worden. Es gebe im Swat-Tal viele Schäden, schrieb die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter.

Erschütterungen auch in Indien und Nepal

Im nordindischen Kaschmir brachen die Handynetze zusammen. Die Erschütterungen waren bis ins indische Neu-Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren. Auch im nordindischen Srinagar, der Hauptstadt des Bundesstaats Jammu und Kaschmir, wurden mehrere Gebäude beschädigt. In Neu-Delhi blieb die Metro eine Weile stehen. Indiens Premierminister Narendra Modi bot den betroffenen Regionen Hilfe an. Er betonte, das gelte auch für Pakistan - den Erzfeind Indiens. Erst Stunden vor dem Erdbeben war an der Waffenstillstandslinie zwischen den beiden Atommächten noch geschossen worden, dabei hatte es auf beiden Seiten Tote gegeben.

Bebenschäden in Pakistan

APA/AFP/Basit Shah

Zerstörung in Pakistan: Behörden befürchten weiteren Anstieg der Opferzahlen

Tausende Tote bei Himalaya-Beben im April

In der Bergregion kommt es immer wieder zu folgenschweren Erdbeben. Hier schiebt sich die Indische Platte unter die Eurasische Platte, was massive Verwerfungen auslöst. Erst vor einem halben Jahr starben beim bisher schwersten Erdbeben in Nepal 9.000 Menschen, 900.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Vor einem Jahrzehnt kamen bei einem Erdbeben mit der Stärke 7,6 in Pakistan etwa 75.000 Menschen ums Leben.

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