56.000 Flüchtlinge in ganz Österreich
Nach Angaben des Innenministeriums werden derzeit in Österreich 56.000 Menschen auf der Flucht versorgt. Davon werden 7.000 vom Bund, die anderen von den Ländern betreut. Es fehlt vor allem an genügend wetterfesten Unterkünften. Angesichts von Regen und der schon jetzt niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt muss dringend gehandelt werden.
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Rund tausend Menschen seien aktuell noch in Zelten untergebracht, so Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck gegenüber ORF.at. Die Zelte seien zwar beheizt und die Menschen darin mit Schlafsäcken ausgestattet, doch die Witterung bereite Probleme und erschwere sämtliche Wege auf dem Gelände wie etwa zu den Sanitäranlagen. Mit Stegkonstruktionen werde derzeit versucht, die vom starken Regen aufgeweichten Wege begehbar zu machen, so Grundböck weiter.
Container sollen Zelte ersetzen
Einen Stichtag, bis zu dem alle Zelte abgebaut sein sollen, gibt es vonseiten des Innenministeriums nicht. Grundböck sagte gegenüber ORF.at: „Lieber heute als morgen.“ Es sei im Interesse aller, die Zelte so rasch wie möglich durch adäquate Quartiere zu ersetzen. Oftmals sollen Container die Zelte ersetzen, so zum Beispiel auf dem Gelände der Schwarzenbergkaserne in Salzburg. Auch in Althofen in Kärnten wird derzeit am Aufbau der Container gearbeitet - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

APA/Roland Schlager
Kurze Hosen und Flipflops: Viele Flüchtlinge sind nicht für das Wetter gerüstet
Das zweite Kärntner Zeltlager in Krumpendorf soll ganz aufgelassen und die Menschen stattdessen in das durch das Durchgriffsrecht erzwungene neue Verteilerzentrum in Ossiach verlegt werden. Auch in Traiskirchen in Niederösterreich sind noch Flüchtlinge in Zelten untergebracht. Jene Flüchtlinge, die derzeit in Eisenstadt in Zelten wohnen müssen, sollen demnächst in ein ehemaliges Betriebsgebäude in der Stadt übersiedeln - mehr dazu in burgenland.ORF.at.
Duschen und WCs im Freien
Weitere 750 Flüchtlinge sind aktuell in Notquartieren untergebracht, die ebenfalls so rasch wie möglich aufgelassen werden sollen. Grundböck nennt hier etwa ein Massenquartier in der Ex-Euroshopping-Halle in Graz in der Steiermark, wo sich 600 Menschen befinden. Die Adaptierung der Halle ist in Arbeit, so das Rote Kreuz am Mittwoch. Den im Freien in Zelten befindlichen Duschen werde etwa ein beheiztes Zeit vorangestellt. 150 Flüchtlinge sind zudem in verschiedenen Polizeiturnsälen in Salzburg, Eisenstadt, Linz und Villach und sollen ebenfalls „so rasch wie möglich“ in andere Quartiere gebracht werden.
In Oberösterreich sind laut Rotem Kreuz lediglich zwei der sieben Notunterkünfte winterfest - mehr dazu in ooe.ORF.at. Das Problem seien vor allem im Freien kurzfristig aufgestellte Sanitäranlagen, so Andreas Jaklitsch vom Roten Kreuz in der Steiermark: „Die Duschen sind im Freien, die WC-Anlagen sind im Freien. Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Leute zumindest im Warmen an- und ausziehen können“ - mehr dazu in steiermark.ORF.at.
Erst drei Bundesländer erfüllen Quote
Noch immer haben erst drei Bundesländer (Wien, Niederösterreich und Vorarlberg) ihre Aufnahmequoten erfüllt. Schlusslichter sind hier Oberösterreich und Tirol mit einer Quotenerfüllung von 93 Prozent. Auch Salzburg liegt mit 94 Prozent im hinteren Bereich. Ebenfalls noch aufzuholen haben das Burgenland (95 Prozent), Kärnten (96 Prozent) und die Steiermark (97 Prozent).

APA/Herbert P. Oczeret
Mit Heizkanonen und Elektroradiatoren werden die Zelte beheizt
6.000 Flüchtlinge erreichen pro Tag Österreich
Derzeit kommen im Schnitt 6.000 Flüchtlinge pro Tag nach Österreich. 300 davon stellen einen Asylantrag, der Großteil reist nach Skandinavien oder Deutschland weiter. Das Innenminsterium geht davon aus, dass das auch in nächster Zeit so bleiben wird. Erst am Dienstag bestätigte die Behörde die Schätzung von Juni, wonach 80.000 bis 85.000 Asylanträge für das Gesamtjahr erwartet werden.
In der Nacht auf Mittwoch erreichten 4.144 Flüchtlinge Nickelsdorf. Am Dienstag verzeichnete die burgenländische Polizei 7.188 Grenzübertritte von Asylwerbern. Viele Menschen leiden unter Verkühlungen und grippalen Infekten. Flüchtlinge, die aus dem Nahen Osten und Afrika nach Österreich kommen, haben oft nur dünne Sommerbekleidung an - mehr dazu in burgenland.ORF.at.
Grenzkontrollen werden verlängert
Wie bereits spekuliert, sollen die Mitte September eingeführten Grenzkontrollen fortgesetzt werden. Das kündigt der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) am Mittwoch in einem Schreiben an den Rat der EU-Mitgliedsstaaten an. Er beruft sich dabei auf eine Rechtsgrundlage, die Grenzkontrollen im Notfall für bis zu zwei Jahre ermögliche.
Das heimische Innenministerum hatte bereits zuvor erklärt, die eigenen Grenzkontrollen ebenfalls entsprechend fortzusetzen. Davor gelte es aber noch Abstimmungen innerhalb der Regierung zu treffen, „beispielsweise betreffend die Kostentragung mit dem Verteidigungsministerium“. Das Bundesheer ist ja seit mehreren Wochen an den Grenzen im Assistenzeinsatz tätig.
Beate Macura, ORF.at
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