Abbas will „militärische Eskalation“ vermeiden

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Trotz der Gewaltspirale der vergangenen Tage will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach eigenen Worten eine neue bewaffnete Konfrontation mit Israel verhindern. Abbas sagte heute bei einem Treffen seiner Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO): „Wir sagen den Israelis, dass wir weder eine militärische Eskalation noch eine Zuspitzung der Sicherheitslage wollen.“

Das sei allen palästinensischen Sicherheitsbehörden, Fraktionen und der Jugend mitgeteilt worden. Nach tödlichen Angriffen auf vier Israelis hätten die Sicherheitskräfte in Jerusalem die Häuser von zwei militanten Palästinensern zerstört, teilte das Militär mit.

Netanjahu kündigt verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte am Vormittag den Anschlagsort. Danach kündigte er vor der Presse an, alle Straßen im Westjordanland sollten künftig mit Kameras auf Masten, aber auch aus der Luft lückenlos überwacht werden. Zugleich solle „gesteuert aus Kontrollräumen ein schnelles Eingreifen garantiert werden, um Anschläge zu verhindern und Täter zu verfolgen“.

Die zunehmende Gewalt hat Sorgen vor einer dritten Intifada ausgelöst. Die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit 2014 auf Eis. Seit Donnerstag wurden bei zwei Messerattacken und einem Schusswaffenangriff vier Israelis getötet und drei verletzt. Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee wurden zwei Palästinenser getötet, darunter ein 13-jähriges Kind, und etwa 170 verletzt.