Bis zu 30 Meter hohe Flammen
Die Wald- und Buschbrände im Norden des US-Bundesstaates Kalifornien sind am Wochenende außer Kontrolle geraten. Gouverneur Edmund Brown hat den Notstand für weitere Gebiete ausgerufen. Die Behörden mussten zahlreiche Ortschaften evakuieren, bis zum Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurden rund 1.000 Häuser durch die Flammen zerstört, Tausende Menschen waren auf der Flucht.
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In dem US-Bundesstaat wüten derzeit insgesamt acht größere Brände, von denen vor allem zwei den Behörden große Schwierigkeiten bereiten: Die Brände „Valley Fire“ rund 160 Kilometer westlich und „Butte Fire“ rund 160 Kilometer östlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. Allein die beiden Feuer zerstörten bisher 46.500 Hektar Land.

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Wind lässt Brände immer wieder auflodern
In der Region nördlich von San Francisco wurden am Wochenende nach Behördenangaben insgesamt mehr als 1.000 Häuser zerstört, darunter auch zwei Appartementblöcke und zehn Firmengebäude. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Daniel Berlant sind mehr als 6.000 Häuser nach wie vor bedroht. Wegen der extremen Trockenheit breiteten sich die Flammen so schnell aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes, Mark Ghilarducci.
„Apokalyptischer Feuersturm“
Augenzeugen im kleinen Ort Middleton sprachen von einem „apokalyptischen Feuersturm“, vor dem viele der 1.200 Einwohner sich nur in letzter Minute in Sicherheit bringen konnten. „Wir hatten nur noch ein paar Minuten, um rauszukommen“, schildert Duane Harper, der Betreiber des örtlichen Lebensmittelgeschäftes die Erlebnisse gegenüber dem „San Francisco Chronicle“. Er floh mit seiner Familie am Samstag vor den bis zu 30 Meter hohen Flammen. Bis auf einige wenige Häuser brannte der gesamt Ort nieder. Tote gab es in diesem Ort jedoch keine, da sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

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Feuerwehrmänner kämpfen gegen Flammen nahe Middleton
Nach Angaben der Brandschutzbehörde CalFire ist seit dem Ausbruch der Brände am Mittwoch ein Mensch ums Leben gekommen. Das berichtete der lokale Sender ABC 7 News unter Berufung auf die Behörden. Einzelheiten lagen zunächst nicht vor. Überrascht vom Ausmaß der Brände rief der Gouverneur Brown am Wochenende den Notstand für den betroffenen Bezirk Lake County und das Weinbaugebiet Napa aus.
Vier Feuerwehrmänner verletzt
Die Flammen wurden am Sonntag durch starken Winde immer wieder angefacht. Glühende Asche wurde immer wieder aufgewirbelt und fiel auf Hausdächer, wodurch es den 5.500 Feuerwehrmännern zusätzlich erschwert wurde, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Vier Feuerwehrmänner, die mit Hubschraubern die Flammen bekämpften, mussten am Sonntag mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht werden, wie Feuerwehrsprecher Daniel Berlant erklärte.

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Bewohner stehen den Bränden hilflos gegenüber
Sonntagabend wurden die Evakuierungen auf weitere Städte ausgeweitet. Auch Lake Riviera, eine Stadt mit rund 3.000 Einwohnern, musste am Abend (Ortszeit) den Flammen weichen.
Ungewöhnliche Trockenheit
Die Trockenheit in der Region sorgt für eine permanente Feuergefahr. Ein kleiner Brandherd genügt, wie am Wochenende in der Nähe von Middletown, um innerhalb von Stunden eine Fläche von 100 Quadratkilometern in Brand zu setzen. Nach vier Jahren Rekorddürre erlebt der Westen der USA in diesem Sommer besonders viele und heftige Waldbrände. Außer in Kalifornien wüten drei Großfeuer in Oregon und zehn weitere im Bundesstaat Washington. Am Kampf gegen sie beteiligen sich auch Dutzende Feuerwehrleute aus Australien und Neuseeland.

AP/Elaine Thompson
Feuerwehrmänner versuchen, Brandschneisen zu schlagen
Üblicherweise gilt der Herbst als Jahreszeit mit der höchsten Waldbrandgefahr. Im Oktober und November 2007 zerstörten Flammen in Südkalifornien mehr als 1.500 Häuser. 1.900 Quadratkilometer Land verbrannten. 17 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende waren auf der Flucht.
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