Bauernproteste vor Agrarrat: „Wir Bauern müssen bluten“

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Der EU-Sonderagrarministerrat zu den in den Keller gefallenen Milchpreisen wird heute in Brüssel von lautstarken Protesten von Bauern aus der EU - insbesondere aus Belgien, Deutschland und Frankreich - begleitet.

In Überlegung sind laut EU-Diplomaten etwa Subventionen, um Magermilchpulver und Butter einzulagern. Direkte Einkommenshilfen der EU sollen zudem früher als üblich ausgezahlt werden. Zudem will Brüssel den Export ankurbeln.

Bauernproteste in Brüssel

ORF.at/Guido Tiefenthaler

Bauern „belagern“ EU-Viertel

Bereits gestern Abend sind die ersten Landwirte in Brüssel eingetroffen - mit Traktoren, Anhängern, Strohballen und Plastikkühen ausgestattet wollen sie Druck auf die Agrarminister machen. Sie erwarten sich zumindest „erste Schritte in die richtige Richtung“, wie ein Vertreter des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter (BDM) gegenüber ORF.at heute früh sagte.

Die Milchmenge müsse runter, um den Preis wieder hinaufzubekommen. Und zumindest der BDM plädiert nicht für die Wiedereinführung einer Milchquote. Auch Intervention und Preisanhebung mache keinen Sinn. Denn eine Anhebung auf beispielsweise 28 Cent „reicht nicht zum Leben“, und damit würden nur wieder Butterberge produziert. Der BDM ist auch überzeugt, dass die Politik das Problem versteht. Aber diese wolle die Wirtschaft in Gang bringen: „Und dafür müssen wir Bauern bluten“.

Bauernproteste in Brüssel

ORF.at/Guido Tiefenthaler

140 Kilometer Stau Richtung Brüssel

Auf dem Weg ins Brüsseler EU-Viertel sorgten viele Milchbauern mit ihren Traktoren bereits für erhebliche Verkehrsbehinderungen auf belgischen Autobahnen und Nationalstraßen. Der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge wurden in der Früh Staus mit einer Gesamtlänge von rund 140 Kilometern registriert. Allein auf der Autobahn A3/E40 waren nach Polizeiangaben 200 Traktoren unterwegs.

Frankreich vs. Deutschland

Noch ist unklar, was bei den heutigen Verhandlungen herauskommt. Umstritten sind nach wie vor Eingriffe in den Milchmarkt. Während es Frankreich befürwortet, lehnt es Deutschland entschieden ab. Experten erwarten bei dem Krisentreffen der Minister daher nur kleine Schritte. Das Treffen wird begleitet von Protesten Tausender Bauern, die nach Angaben von Bauernverbänden nach Brüssel kommen werden.