Überlebende von Flüchtlingsdrama auf Sizilien angekommen

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Nach dem jüngsten Flüchtlingsdrama vor der italienischen Insel Lampedusa sind gestern 313 Überlebende und 49 Leichen auf Sizilien angekommen. Von dem norwegischen Schiff „Siem Pilot“ gingen im Hafen von Catania zunächst die Geretteten von Bord, darunter Frauen, die bei der Katastrophe ihre Männer verloren hatten. Später wurden die 49 Leichen in einem weißen Container mit der Aufschrift „UN“ für Vereinte Nationen an Land gebracht.

Im Laderaum von Fischerboot erstickt

Die italienische Marine hatte am Samstag auf einem völlig überladenen Fischerboot zwischen der libyschen Küste und der Insel Lampedusa die Leichen von 49 offenbar an Dieselabgasen im Laderaum erstickten Menschen entdeckt. Unter den Überlebenden waren mehrere Frauen, denen ihre Männer einen Platz auf dem Deck verschaffen konnten, während sie selbst im Laderaum blieben.

„Sie hatten keine Luft, kein Wasser. Die Hitze war unerträglich, vor allem in der Nähe des Motors“, berichtete Flavio di Giacomo von der Internationalen Organisation für Migration (IOM). „Das war kein Unfall, das war Mord“, fügte er hinzu. Nur einige Flüchtlinge aus Bangladesch, die in der Nähe der Tür waren, konnten sich laut IOM aus dem Laderaum retten.

Trauertag in Catania

Die italienische Staatsanwaltschaft kündigte Ermittlungen wegen Tötung und illegaler Einwanderung an. Bisher konnte noch kein Schleuser unter den Überlebenden an Bord des Bootes identifiziert werden. Der Bürgermeister von Catania, Enzo Bianco, ordnete einen Trauertag an. Er versicherte, die Stadt werde auf ihren Friedhöfen für die Opfer ein ordentliches Begräbnis gewährleisten. Die Flüchtlinge an Bord kamen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara, aus Marokko sowie aus Bangladesch und Pakistan.

An Bord der „Siem Pilot“ waren auch 103 weitere Flüchtlinge, die von einem deutschen Marineschiff von einem Schlauchboot gerettet worden waren.