D: Recherchewebsite Correctiv stellt Selbstanzeige
Die Recherchewebsite Correctiv hat sich beim deutschen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats selbst angezeigt. Zugleich veröffentlichte sie die umstrittenen Geheimdokumente, die Netzpolitik.org publiziert hatte. „Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill heute in Berlin in Richtung Generalbundesanwalt.
Die Redaktion reagierte mit dem Schritt auf - mittlerweile von der deutschen Generalbundesanwaltschaft auf Eis gelegte - Ermittlungen gegen die Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Das durch Spenden und Stiftungen finanzierte Correctiv-Team will den investigativen Journalismus neu beleben und arbeitet unter anderem mit Zeitungen, dem Magazin „Der Spiegel“, mit „Zeit Online“ und dem RTL-„Nachtjournal“ zusammen.
Das deutsche Kanzleramt hält nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa das Vorgehen von Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft für problematisch. In Regierungskreisen wurde darauf verwiesen, dass generell „Kollateralschäden“ berücksichtigt werden müssten, wenn gegen Journalisten ermittelt wird. Das solle vermieden werden. Es wurde betont, dass das Kanzleramt vorher nicht informiert worden sei.