New York übernimmt grüne Vorreiterrolle
Wer auf internationaler Ebene nach erfolgreichen Beispielen für die Renaturierung von Dachflächen sucht, wird in New York City (NYC) fündig. Mit dem Ausbau einer Bahntrasse zum kilometerlangen Park und dem Gemüseanbau auf Dächern gelang es der Großstadt, zum Vorbild für die grüne Nutzung von Dächern zu werden. Durch die Attraktivität des Wohnraums steigen aber auch die Preise.
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Wer im kleinen Stil Gemüse und Kräuter anpflanzt - zum Beispiel auf dem Balkon -, liegt im Trend. Gärtnern, eigenes Gemüse ziehen und wissen, woher es kommt: Bewusste Ernährung spielt für immer mehr Menschen ein Rolle. Der Platz auf dem Balkon reicht aber meist nicht, um zum Selbstversorger zu werden.
Was passiert, wenn man im großen Stil zum Gemüsebauern wird, kann man in Brooklyn beobachten. Dort steht die größte „Dachfarm“ der Welt, auf einer Fläche knapp so groß wie ein Fußballfeld. Das Agrikulturprojekt heißt „Brooklyn Grange“ und produziert jedes Jahr 25 Tonnen Biogemüse, das direkt von Konsumenten abgeholt oder an Restaurants verkauft wird.

Reuters/Shannon Stapleton
Auf einem Dach in New York City erntet ein Anwohner Gemüse
Erholungsraum statt Güterzüge
Prestigeprojekt der letzten Jahre – was die Parks der Stadt betrifft – ist die „High Line“. Auf einer Länge von 2,5 Kilometern breitet sich dort ein Park auf einer alten Bahntrasse aus, die durch das Herz Manhattans verläuft. 2014 wurde das letzte Teilstück eröffnet. Allein die Kosten für die Neugestaltung des Teilstücks werden auf rund 75 Millionen Dollar (etwa 57 Mio. Euro) geschätzt.
Früher wurde die Hochbahntrasse genutzt, um Waren mit Güterzügen direkt in die Lagerhäuser auf der westlichen Seite der Halbinsel Manhattan zu transportieren. 1934 wurde die Trasse erbaut, durch den verstärkten Einsatz von Lastwägen im innerstädtischen Lastenverkehr kan sie aber immer weniger zum Einsatz. 1980 benutzte der letzte Zug die Strecke - beladen mit gefrorenen Truthähnen.

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Touristenattraktion oder Motor der Gentrifizierung? Die High Line in NYC
Pro Jahr besuchen inzwischen rund fünf Millionen Menschen den Park. Neben Blumenbeeten, Grasflächen und Essensständen bietet er von rund neun Meter Höhe über dem Straßenniveau die verschiedensten Panoramablicke auf die Millionenmetropole. Die „New York Times“ feiert den Park als neues Wahrzeichen der Stadt, Touristen und Einheimische seien gleichermaßen begeistert.
Die Kehrseite der Medaille: Durch die Aufwertung wurden die ehemals heruntergekommenen Viertel um die Trasse zu Szenevierteln: Haute-Couture-Geschäfte, Galerien und Luxusimmobilien siedelten sich an. Das Ergebnis war ein klassischer Gentrifizierungsprozess: Viele der alten Bewohner konnten sich die in die Höhe schießenden Mieten nicht mehr leisten und mussten umziehen.
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